Für gestern war die Montage der temporären Brücke über den Nußberg geplant. Am Nachmittag stand der erste Stützpfeiler und das erste von drei Segmenten wurde aufgesetzt. Bis zum Abend sollten alle drei Brückenteile montiert sein.

Havelberg l Millimeterarbeit ist es, damit alles passt. Nachdem die Havelberger Firma HTI in den vergangenen Wochen die vier Fundamente für die rund 40 Meter lange Brücke gesetzt hatte, hat gestern die Montage begonnen. Die Havelberger hatten die Erd-, Schalungs- und Betonarbeiten vorgenommen, die Widerlager und Stützfundamente errichtet. Ein Vermesser kontrollierte regelmäßig, ob die Maße stimmen. "Wir haben im Vorfeld alles gemacht, was man machen kann, damit am Ende alles passt", sagt Thomas Schmidt vom Stendaler Ingenieurbüro SBV, das den Brückenbau begleitet. Schablonen wurden gebaut, mehrfach gemessen. Dennoch freuen sich alle, wenn dann in der Praxis tatsächlich alles passt.

Gestern Nachmittag war die erste von zwei Stützen gesetzt und das erste Brückenteil montiert. Bis zum Abend sollten auch die nächste Stütze und die beiden weiteren Segmente montiert sein. Die Montagefirma kommt aus den Niederlanden. Dort wurde die Brücke auch gebaut. Angeliefert wurde sie bereits vor einigen Wochen und am Heizkraftwerk zwischengelagert. Das Stahlkonstrukt hat einen Belag aus einer Kunststoff-Holz-Mischung. Die Geländerfüllung ist aus Edelstahlrundrohren, der Handlauf aus Holz.

Rost ist Absicht

Der Stahl sieht nicht nur verrostet aus. Er ist es. Der sogenannte Corten-Stahl ist ein Korrosionsträgerstahl, der seine Wetterfestigkeit eben durch diesen Rost erhält. Die Farbe ist angesichts der historischen Klinkermauern am Rande des Dombezirkes gewollt, sagt Mathias Kuklik vom Buga-Zweckverband. Die nicht sichtbaren Brückenträger sind verzinkt.

Der Buga-Zweckverband hat den Bau der Brücke als temporäres Bauwerk beauftragt, damit die Besucher während der Bundesgartenschau vom Ausstellungsgelände im Dombezirk von der Kleingartenanlage "Am Nußberg" aus über die Flethe auf den alten Domfriedhof gelangen. Nach der Buga soll die Brücke wieder abgebaut werden. Es gab verschiedene Varianten, für die Angebote eingeholt wurden: Brücken etwa aus Fassadenrüstungselementen oder aus Holz. Die Niederländer hatten das günstigste Angebot gemacht.

In den Buga-Arealen laufen die Vorbereitungen auf die Eröffnung auf Hochtouren. Die Firmen, die die Wettbewerbspflege der Pflanzen übernehmen, sind seit Anfang April auf den Flächen und erledigen jetzt den Feinschliff, damit ab 18. April alles vorzeigbar ist, berichtet Mathias Kuklik. So mancher Rollrasen wird verlegt. Am Freitag beginnen die Friedhofsgärtner mit der Erstbepflanzung der Mustergräber auf dem alten Domfriedhof. Was an Wechselbepflanzung geplant war, ist in der Erde.

Die Wetterkapriolen der vergangenen Woche mit Sturm und Hagel haben in Havelberg keine allzu großen Schäden hinterlassen. Bei den Stiefmütterchen müssen die verblühten Blüten ausgeknipst werden, damit neue nachstoßen können. "Hier verlief der Sturm auf den Buga-Flächen weitgehend problemlos. Das war in Brandenburg anders, da sind einige Bäume umgestürzt."