"Ohne Manfred Behnert würde unserem Hort ein Goldstück fehlen", ist sich die Einrichtungsleiterin Bärbel Preß sicher. Was er hier ehrenamtlich leiste, sei nicht mit Geld zu bezahlen. Dafür erhält der 65-Jährige den Volksstimme-Blumenstrauß des Monats April.

Havelberg l Den städtischen Hort kennt Manfred Behnert so gut wie seine Westentasche. Von 2004 an ist er in ihm Dauergast: in verschiedenen Maßnahmen der Arbeitsagentur, die alle ausgelaufen sind - zuletzt zu Jahresbeginn 2015 -, vor allem aber als ehrenamtlicher Helfer in der Zeit zwischen diesen Maßnahmen und jetzt als Rentner. "Ich kann mir den Hort ohne ,Manni` gar nicht mehr vorstellen", sagt Bärbel Preß und spricht damit auch im Namen der über hundert Kinder in der Einrichtung, die den herzensguten "Hort-Opa" geradezu vergöttern. Und das ohne Ausnahme. "Als wir ihn aus der letzten Maßnahme verabschiedeten, war es totenstill in der großen Hortrunde, gab es Umarmungen ohne Ende und kullerten Tränen ohne Ende", erinnert sich die Hortleiterin. Doch Manfred Behnert dachte gar nicht daran, die Mädchen und Jungen, die ihn so sehr in ihr kleines Herz geschlossen hatten, im Stich zu lassen. Er kam zurück, so wie er es immer tat, wenn eine Arbeitsmaßnahme beendet war. Als Ehrenamtlicher.

Bei den Kindern besonders beliebt sind Manfred Behnerts Sportstunden. Vor allem Fußball kommt bei den Mädchen und Jungen gleichermaßen gut an. Damit alle einmal an der Reihe sind, wird jeden Tag extra eine Liste für die Teilnehmer angelegt. Für die jüngeren und für die etwas älteren. Gleichberechtigung muss sein.

Als Manfred Behnert am Donnerstagnachmittag den Volksstimme-Blumenstrauß im Namen aller Hortkinder von Pia Schulz überreicht bekam, stand er gerade im Fußballtor. "In der Jugend habe ich in Bismark, wo auch meine Heimat ist, aktiv gespielt. Außerdem war ich Kreismeister im Geräteturnen. Jetzt hält mich der Sport nicht nur fit, sondern zusammen mit meinen kleinen Mitspielern auch noch jung", ist er fest überzeugt. Auch hier auf dem Kleinfeld, wie überhaupt, wenn er in der Einrichtung auftaucht, wird er von vielen 6- bis 12-Jährigen liebevoll "Manni" gerufen - eigentlich sollte es im Hort ja aus erzieherischen Gründen "Herr Behnert" heißen. Den 65-Jährigen allerdings stört das ganz und gar nicht, "es zeigt mir vielmehr, dass ich hier willkommen bin".

Allerdings nicht nur, um die Kinder sportlich in Bewegung zu bringen. Auch bei den Hausaufgaben - "die halten mein Gehirn auf Trab" -, bei Kreativtagen, Radtouren und Wanderungen, bei der Instandhaltung und Pflege von Spielgeräten sowie beim Bau von Puppenhäusern und ähnlichem, bei der Renovierung und anderweitigen Verschönerung von Horträumen und bei der Pflege der Außenanlagen unterstützt er die Erzieherinnen und den Hausmeister mit allen seinen Kräften. "Sein guter Ruf bei den Kindern, den Mitarbeiterinnen und auch den Eltern ist mit Superlativen gar nicht zu beschreiben", macht die Hortleiterin deutlich. Auch der Volksstimme-Blumenstrauß könne nur ein kleines Dankeschön für all das sein, was Manfred Behnert Großes im Hort leiste, findet sie.

"So lange es mir Spaß macht, und die Gesundheit es zulässt, bleibe ich im Hort bei der Stange", hat der 65-Jährige, übrigens dreifacher Vater sowie gelernter Kfz-Schlosser und Koch, im Gespräch mit der Volksstimme versprochen. "In dem Alter zu Hause rumzusitzen, kann ich mir nun wirklich nicht vorstellen. Dann will ich es schon mehr mit dem Ausspruch ,Rentner haben niemals Zeit` halten. Morgens steht die Hausarbeit, auch in den Außenanlagen, auf dem Programm, und nachmittags die Beschäftigung mit den Kindern." Und etwas Zeit für seine Frau Doris ist natürlich auch noch "eingeplant".