Hohengöhren l "Mein Dorf ist mein Zuhause. Seit nunmehr 62 Jahren", sagt Arnold Bausemer aus Hohengöhren. Er kandidiert am 19. April für das Bürgermeisteramt in Schönhausen.

"Auf dem Julienhof, wo auch heute noch mein Elternhaus steht, bin ich geboren und von klein auf mit der Landwirtschaft groß geworden. Meine Eltern haben mir als Landwirte all das Wissen und Können angeeignet, das für den Betrieb eines landwirtschaftlichen Hofes nötig ist. Dafür bin ich ihnen noch heute zu großem Dank verpflichtet", sagt Arnold Bausemer. Und deshalb entschloss er sich auch nicht dazu, in eine landwirtschaftliche Lehre zu gehen, sondern erlernte beim VEB (K) Rediko in Havelberg den Beruf des Elektrikers, den er dann ab 1973 in der Fischbecker LPG ausübte. Später machte er seinen Elektromeister und dann auch noch seinen Meister im Maurerhandwerk.

Sehr oft sehen die Hohengöhrener Arnold Bausemer mit dem Fahrrad durchs Dorf fahren. Was allerdings nicht daran liegt, dass ihm eventuell der Führerschein eingezogen worden wäre. "Das Radeln war schon in meiner Kindheit und Jugend ein ganz großes Hobby von mir", erklärt er. Wenn ihm danach gewesen sei, hätte er auch schon mal 60 bis 70 Kilometer am Tag mit dem Drahtesel zurückgelegt. Zu den Höhepunkten zählten für ihn als Schüler die Teilnahmen an den sogenannten "Kleinen Friedensfahrten".

"Zweimal hatte ich mich dabei auch für den Bezirksausscheid in Magdeburg qualifizieren können. 1968 fuhr ich hier als Dritter durchs Ziel. Lange Zeit in Führung liegend, hatte ich meine Kräfte nicht richtig eingeteilt und war 400 Meter vor dem Zielstrich völlig platt, so dass ich noch zwei Fahrern den Vortritt lassen musste." Ein Jahr später lief es dann besser - er gewann das Rennen in der Bezirkshauptstadt. "Unvergesslich wird für mich der Augenblick bleiben, in dem mir der große Täve Schur zum 1. Platz gratulierte", denkt Arnold Bausemer gern an diese längst vergangenen Zeiten zurück. Gern hätte er den Radsport auch aktiv betrieben, doch dafür fast jeden Tag bis nach Genthin zu müssen, war ihm doch zu zeitaufwendig.

Die Freude am Fahrradfahren allerdings ist bis heute geblieben. "Bis nach Schönhausen oder bis nach Klietz oder hinaus in die Feldmark, das ist überhaupt kein Problem für mich", versichert der Bürgermeister-Kandidat. Zudem sei diese Art von Bewegung gut für die Gesundheit.

Auch zu seinem Lieblingsplatz in Hohengöhren begibt sich Arnold Bausemer zumeist auf zwei Rädern. Es ist die Feldscheune mit angrenzender Koppel, wo er täglich "Tilly", "Niebel", "Susi" und "Molly" versorgt. Das sind seine vier Kaltblüter: drei Stuten und ein Wallach. "Wir haben in der Familie schon immer Pferde gehabt, sie gehören zu meinem Leben", ist zu erfahren.

Außerdem gehören seit gut zehn Jahren Enten, Gänse und Hühner dazu, denn seine Frau Christine betreibt seit 2005 auf dem gemeinsamen Grundstück einen Öko-Geflügelhof. Da ist dann nicht nur seine Hilfe, sondern auch die von Sohn Arno gefragt.

Trotz all dieser privaten Dinge sieht Arnold Bausemer natürlich mit großer Spannung dem Tag der Bürgermeisterwahl entgegen. Sein Plus dabei: Er ist ein waschechter Hohengöhrener, kennt somit Ort, Leute und Probleme aus dem Effeff. Und: Er ist in der Kommunalpolitik außerordentlich gut erfahren, ob als früherer Hohengöhrener Bürgermeister - von 1990 an übte er elf Jahre lang dieses Amt aus -, als ehemaliger Mitarbeiter in der Verwaltung der Verbandsgemeinde in Schönhausen oder als Liberaler im Kreisverband der FDP. "Wenn ich was verspreche oder anpacke, dann können sich die Leute auch darauf verlassen, dass etwas daraus wird", betont er. Und wenn etwas nicht gleich klappe, dann müsse es eben noch einmal in Angriff genommen werden. Zu seinen Leitsätzen gehört folgender: "Nach einem Tief kommt auch wieder ein Hoch, und mit der Aufgabe wächst der Mensch." "Zudem verfüge ich über einen Zeitfonds, den ich mir den Tag über selbst so einteilen kann, wie es am besten passt." Dadurch könne er alle Termine auch gewissenhaft wahrnehmen.