So wie es seit vielen Jahren Tradition ist, begrüßte die Havelberger Liedertafel den Frühling auch 2015 wieder mit einem schönen Konzert in der Aula der Grundschule "Am Eichenwald".

Von Brigitte Strugalla-Voltz

Havelberg l Auch wenn das Wetter im April bekanntlich sehr launisch ist: Besser hätte es die "Liedertafel" mit Gottfried Förster nicht treffen können. Draußen ein unglaublich schöner Frühlingstag, und drinnen in der Aula der Grundschule "Am Eichenwald" erwartungsfrohe Gäste in einem frühlingshaft gestalteten Raum. Ein großer Dank ging dann auch an die Schule, die alles so gut vorbereitet hatte.

Über 30 Titel im Programm

Das Programm bestand zwar fast "nur" aus Liedern, war aber mit über dreißig Nummern keineswegs anspruchslos. Allein die Texte - es wurden viele Strophen gesungen - forderten die Sänger, und sie meisterten diesen Anspruch mit Bravour und sauberer Diktion, so dass jede Textzeile klar zu verstehen war. Es gab nämlich nicht nur oft gehörte Frühlingslieder. Der bunte Melodienstrauß war gebunden aus Bekanntem, weniger Bekanntem und ganz Neuem. Der langjährige Chorleiter bereitet nämlich nicht nur in den Proben seine Sänger mit Akribie auf die Konzerte vor, sondern engagiert sich auch schon in der Vorbereitungsphase. Dies ist aus dem Programmblatt zu ersehen und auch im Konzert zu hören. Fast alle Sätze sind von Gottfried Förster auf seinen Chor "maßgeschneidert" und entsprechen voll dem sängerischen Niveau. Das Ergebnis ist ein schöner und lockerer Gesang sowie deutlich spür- und sichtbare Freude unter den Sängern.

Zusätzlich

sucht Gottfried Förster gerne neue Anregungen für sein Schaffen, findet immer wieder Gedichte für seine Kompositionsideen und darf darauf mit Recht stolz sein. Hübsche poetische Texte wie Heinrich Seidels "Frühling" oder das Volkslied "Seht wie die Knospen sprießen" oder auch gegen Ende das zart-tänzerische "Frühlingsglocken" nach Robert Reinick - um nur wenige Beispiele zu

nennen - finden bei der Liedertafel eine ansprechende Interpretation, die Sängern und Zuhörern gleichermaßen Freude bereitet.

Chor braucht seinen Dirigenten

Förster dirigiert äußerst engagiert bei durchweg hohem Tempo, arbeitet sehr schön sinnentsprechend Dynamiken heraus und hält den Chor und auch das Publikum in Konzentration und Spannung. Allerdings braucht der Chor den Dirigenten. Wenn Förster auf dem Klavier begleitet, lässt die Präzision allzu spürbar nach. Dagegen sind die A-Capella-Stücke bei schöner Chorpräsenz ausgesprochen harmonisch und ausgewogen.

Zwischenmusik gab

es mit der Querflöte der jungen Johanna Bohlender und mit Mozarts D-Dur-Andante, von Gottfried Förster mit viel Engagement vorgetragen.

Auch Zuhörer stimmen mit ein

Das Publikum war begeistert und sang die gemeinsamen Lieder laut und klangschön mit. Vielleicht lassen sich doch einige von den stimmbegabten Männern zum Chorgesang verführen?

Ganz reizend auch die Kleinen, die freudig Oma oder Opa beim Singen zuschauten und zwischendurch beim Dirigieren mithalfen. So lernen sie früh, dass Musik nicht nur und auch nicht in erster Linie aus dem Lautsprecher kommt. Man kann die jungen Eltern nur ermutigen, solche Konzerte mit ihren Kindern zu besuchen.

Großes Chorkonzert am 10. Mai im Dom

Den Abschluss des Frühlingskonzertes bildete neben dem Dank an alle Mitwirkenden und an die Grundschule eine Einladung zum großen "Volkstümlichen Chorkonzert" im Havelberger Dom am 10. Mai.

Gottfried Förster erhielt vom Chor einen schönen Blumenstrauß und ein nettes "Vielen Dank, dass du uns wieder so schöne Lieder beigebracht hast!"