Klietz l Im damaligen Hotel "Weltfrieden" in Havelberg war am 8. April 1990 nach intensiver Diskussion die Jägerschaft ins Leben gerufen worden. 216 Jäger aus allen damals noch existierenden Jagdgesellschaften des einstigen Kreises hatten daran teilgenommen.

Hegeringe waren die neue Organisationsform, fünf wurden gebildet: Edgar Bölt leitete den Havelberger, Gerhard Bäcker den Elb-Havel-Winkel, der "Mahlitzer Heide" stand Manfred Joachim vor und der "Wuster Heide" Waldemar Glowik. Einzig Hegeringleiter Rolf Hubert aus Schönhausen ist noch immer im Amt. Ebenfalls seit 25 Jahren ist Günter Scheffler Vorsitzender, sein Stellvertreter war damals Rolf Paproth.

Ein großes Thema der Jäger ist aktuell der Wolf: "Das Landesamt für Umweltschutz veröffentlichte dazu falsche Zahlen", rügte Günter Scheffler, der zugleich Kreisjägermeister ist. Aktuell leben laut dem Amt in Sachsen-Anhalt 49 Wölfe sowie sechs Rudel - dabei wurden in 2013 allein schon 30 Wölfe geboren. Gezeigt wurde ein Video, das ein Traktorist aus seiner Maschine machte - der Wolf hat mitnichten Scheu vorm Menschen. Das unterstrich auch ein Angriff auf einen Jäger in Niedersachsen - dieser konnte sich nur mit einem Schuss aus der Pistole retten.

Jede Sichtung melden


Günter Scheffler appellierte an die Waidgenossen, jede Sichtung, jeden Riss oder jede Fährte zu melden, der Klietzer Manfred Joachim ist dafür Ansprechpartner. Die Jagdverbände fordern klare Zielgrößen für die Wolfsbestände, der Landesverband schätzt, 90 Tiere wären für Sachsen-Anhalt die Obergrenze - und diese Zahl sei jetzt schon erreicht, mahnte der Redner.

Die Mitgliederzahlen seien in den letzten Jahren mit um die 200 recht konstant geblieben, Abgänge wurden durch Aufnahmen von Jungjägern kompensiert. Im Jagdjahr waren acht Waidgenossen der Jägerschaft beigetreten, darunter sechs Jungjäger. Der Nachwuchs aus dem Landkreis wird derzeit in Kabelitz ausgebildet, hier finden sich gute Bedingungen - in Kürze ist Prüfung. Den Kontakt hatte der Jäger Friedrich Klühe vermittelt.

Die Jäger verzeichnen derzeit eine Zunahme der Rotwildbestände, beim Muffel- und Rehwild sind sie rückläufig, wenngleich die Rehe nach der Flut wieder leicht im Aufwind sind. Immer neue Rekorde erreicht die Strecke beim Waschbären, der sich zwar überall stark vermehrt, aber noch nicht in allen Revieren entsprechend bejagt wird.