Rechtzeitig zum Start der Bundesgartenschau in der Havelregion wurde am Donnerstag auch die Wassertourismus-Saison eröffnet. Die Tagung fand in der neuen Schiffsgaststätte in Molkenberg statt.

Molkenberg l Im Vorfeld wurde in der Buga-Region noch so einiges für die auf dem Wasser anreisenden Gäste geschaffen oder modernisiert. So tagte die für den Wassertourismus zuständige Initiative "Flusslandschaft Untere Havelniederung" (FUN) am Havel-Altarm in Molkenberg, wo in etwa vier Wochen eine Schiffsgaststätte eröffnen wird. Das fahrbereite ehemalige Wohnschiff wird etwa 70 Gästen Platz bieten.

Investor Karsten Steudel informierte, dass sein Familienunternehmen seit dem Jahr 2000 im Tourismus tätig ist, das alte Gutshaus im Schollener Ortsteil Nierow wurde zuerst zum Feriendomizil umgebaut. Den Gästen wurden auch Boote angeboten, dieser Service war rege nachgefragt. Nach und nach wurden weitere Wasserfahrzeuge angeschafft und eine alte Barkasse zum Ausflugsschiff für bis zu 25 Gäste umgebaut.

Viele seiner Gäste wollten in der Schollener Lanke anlegen, doch ist sie recht flach und sensibles Naturschutzgebiet, weshalb ihm Bürgermeister Armin Wernicke Molkenberg als künftigen Wasserwanderrastplatz vorgeschlagen habe, berichtete Karsten Steudel, der den Platz zusammen mit seinem Schwager Ingo Bischof betreibt.

Sanitärhaus und Slipanlage entstanden am Altarmufer

Nachdem alle Genehmigungen eingeholt worden waren, wurde der Molkenberger Altarm ausgebaggert, denn das Schiff benötigt einen Tiefgang von 60 Zentimetern. Das einstige Wohnschiff wurde "sportlich saniert", am Ufer entstand ein Sanitärhäuschen für die Wassertouristen, am einstigen Fähranleger wurde eine Slipanlage geschaffen und ein Anleger für Sportboote zu Wasser gelassen. Vier Arbeitsplätze wurden in dem Zuge geschaffen, Unterstützung kam von der Kommune, dem Kreis und vom Land.

Das Ausbaggern des alten Havelarmes brachte noch den Vorteil, dass dieser nicht mehr verschlammt ist und stinkt. Im Zuge der Havelrenaturierung ist zudem geplant, diesen Arm wieder an die Lanke anzuschließen - so wird er auch wieder durchströmt.

Der stellvertretende Bürgermeister Burghard Grigo freute sich über die Bereicherung der Infrastruktur, viele Molkenberger hatten diese Aktivitäten begrüßt. "Ich wünsche Ihnen ein allzeit volles Schiff", schloss er seine Rede.

Die FUN-Tagung zur länderübergreifenden Reviereröffnung fand natürlich in der künftigen Gaststätte statt. Den Vorsitz hat gegenwärtig Felix Menzel, Bürgermeister der Gemeinde Milower Land, inne. Jede der neun Mitgliedskommunen informierte über ihre Aktivitäten zum Ausbau der Infrastruktur für die Wassertouristen.

Die Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land war durch Jenny Freyer vertreten, sie berichtete, dass in Schollene dank der Initiative der Einwohner der Badestrand und die Sitzgruppe hergerichtet wurden, auch gibt es dort einen Anleger für Kanus. Der Havelradweg führt jetzt durchgängig von Neuschollene bis Havelberg, die Regionalrouten stehen zudem im Internet.

In der FUN-Initiative sind neun Anrainerkommunen der Havel vereint, vermarktet wird die Region zwischen Brandenburg und Havelberg - wo auch die Buga stattfindet. Biwakplätze wie in Bahnitz oder Anlegestege wie in Vehlgast oder unterhalb des Havelberger Art-Hotels wurden im Vorfeld der Buga geschaffen.

In der Stadt Brandenburg entstanden zwei Marinas sowie eine Wassertankstelle, Pritzerbe lockt jetzt mit einem Museum für Rohrweberei sowie einem Schilferlebnissteg und am Campingplatz in Ferchesar am Hohennauener See wurden der Steg erweitert und die Badestelle im Dorf saniert. Zudem schwimmt im See nun ein Hausboot, was die Touristen versorgt. In Strodehne gibt es jetzt wieder einen Schiffsanleger. In der Buga-Stadt Rathenow entstanden ein neues Wassersportzentrum - unter dessen Dach sind jetzt drei Vereine vereint - und ein neuer Biwakplatz, der Schiffsanleger am Havelweg wurde reaktiviert.