Havelberg l Der Start der Bundesgartenschau 2015 Havelregion war Anlass für das MaB Nationalkomitee - MaB ist die englische Abkürzung für Mensch und Biosphäre -, die Hansestadt Havelberg als Tagungsort zu wählen, liegt die Region doch mittendrin im Biosphärenreservat Mittelelbe. "Es ist eine wunderschöne Landschaft hier und für das Zusammenwirken von Mensch und Natur gibt es hier sehr gute Beispiele", sagte die Vorsitzende des Nationalkomitees Christiane Paulus am Rande der Tagung im Gespräch mit der Volksstimme.

Naturschutz im Einklang von Wirtschaft, Landwirtschaft und Tourismus ist das Ziel. Dabei hat das Nationalkomitee auch den demografischen Wandel im Blick und prüft, was für eine nachhaltige Entwicklung in schrumpfenden Regionen getan, welche positiven Impulse gegeben werden können. Im Gremium arbeiten unter anderem Vertreter von Natur-, Umwelt- und gesellschaftswissenschaftlichen Institutionen und Verbänden mit. Seinen Sitz hat es beim Bundesamt für Naturschutz. Das Komitee versteht sich als Bindeglied zwischen der nationalen und internationalen Ebene und konkretisiert die Zielstellungen des MaB-Programms auf nationale Erfordernisse und Charakteristiken der Gebiete.

Zu Gast war die Staatssekretärin im sachsen-anhaltischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Anne-Marie Keding. Sie berichtete über die Entwicklung der Biosphärenreservate in Sachsen-Anhalt, zu dem neben dem etablierten entlang der Elbe die Karstlandschaft Südharz und die Entwicklung des Naturschutzgroßprojektes Drömling gehören. "Wir wünschen uns die Unterstützung unserer Projekte durch das Nationalkomitee", nannte die Staatssekretärin einen Grund für ihre Teilnahme an der Tagung. Diese fand im ArtHotel statt - seit kurzem Partner des Biosphärenreservates Mittelelbe und somit ein gutes Beispiel für das Zusammenwirken von Mensch und Biosphäre. Zweimal im Jahr tagt das Komitee. Dieses Mal stand außerdem die Evaluierung unter anderem des Biosphärenreservates Mittelelbe nach den Kriterien der Unesco auf der Tagesordnung. Sie ist alle zehn Jahre erforderlich. Damit wird die Entwicklung der Reservate bewertet.

An den Tagungsort Havelberg eingeladen hatte der Leiter der Reservatsverwaltung Mittelelbe Guido Puhlmann. Die Bundesgartenschau war ein Grund dafür. Ein weiterer der Neubau des "Hauses der Flüsse", dessen Fertigstellung nun für voraussichtlich Ende Mai geplant ist. Bürgermeister Bernd Poloski führte die Tagungsteilnehmer über die Buga-Flächen. Demnächst tagt die Arbeitsgemeinschaft der Biosphärenreservate in Havelberg, berichtete Guido Puhlmann. Neu entstanden ist eine Ausstellung über Reservate in Deutschland - 15 sind von der Unesco anerkannt, das im Südharz ist nach Landesrecht definiert. Die Ausstellung soll demnächst im "Haus der Flüsse" gezeigt werden.