Auch am letzten Tag der Deichschauen an Elbe und Havel wurden keine gravierenden Schäden entdeckt. Diesmal waren die Kontrolleure am rechten Havelufer zwischen dem brandenburgischen Voigtsbrügge und Wöplitz unterwegs.

Von Ingo Freihorst

Havelberg l Die Augen der Fachleute richteten sich auf die Haupt-, Polder- und Teilschutzdeiche. Sie sahen, dass manche Zeitgenossen recht sorglos mit den auch sie schützenden Wällen umgehen: Fahrspuren auf der Krone und am Deichfuß, Zaunpfähle im Deich, am Wall abgelagerte Heuballen oder bis an den Deich heran umgepflügte Äcker zeugen davon. Manch Verursacher ist sogar Wiederholungstäter - vor allem um Vehlgast herum.

Bei den Wühltierschäden am Lütow-, Burgwall- und Remonte-Teilschutzdeich sind den Verantwortlichen hingegen die Hände gebunden: Nahe dem Stremel ist Naturschutzgebiet, hier darf nicht gejagt werden. Zudem sind noch tote Bäume zu entfernen, Sperren und Greifvogel-Sitzkrücken aufzustellen oder Brückengeländer zu ersetzen.

"Um Vehlgast sollte zum Schutz der Ortschaft ein Ringdeich errichtet werden - wie ist der aktuelle Stand?" wollte Dieter Härtwig vom Ordnungsamt bei der Auswertung im Havelberger Hafen-Hotel wissen. Für den Lückenschluss musste ein Planfeststellungsverfahren beantragt werden, da ein Grundstückseigentümer nicht kooperiert hatte. Erst mit diesem Verfahren ist seine Enteignung möglich, was den Bau aber um zwei, drei Jahre verzögert, antwortete Flussbereichsleiter Reinhard Kürschner vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz. Eigentlich sollte bereits im Vorjahr gebaut werden, bis an Vehlgast heran sind die Havel-Deiche saniert.

Auch beim geplanten Querdeich in Vehlgast gibt es Konflikte mit einem Eigentümer. Wegen der Probleme hier war der dortige Polder im Sommer 2013 nicht voll geflutet worden, was aber perspektivisch nicht mehr erfolgen wird.

Zurückgestellt wurde die Planung für einen Ringdeich um Damerow. Hier war bei der Flut im Jahr 2013 ein Notdeich errichtet worden, der nun als Grundlage für den neuen Ringdeich dienen soll.

Der neue Polderdeich in Jederitz wird im Juni abgenommen, über die Zukunft des alten Deiches muss noch beraten werden - vorerst sollte er nicht geschlitzt werden.

In die Planung kommen die Freischleuse Warnau und das Einlasssiel Molkenberg, diese Bauwerke sollen mittelfristig errichtet werden.