Zwei auf einen Streich: Nach der Flut frisch sanierte Kreisstraßen wurden am Donnerstag am Ortsausgang von Schollene gleich im Doppelpack übergeben.

Schollene l Die Kreisstraße von Klietz nach Mahlitz war während der Flutkatastrophe die einzige Lebensader für die Klietzer - entsprechend hoch war ihre Belastung. Im Herbst des Vorjahres war von der Stendaler Baufirma Matthäi bereits die neue Asphaltdecke aufgetragen worden, vor kurzem wurden noch die letzten Fahrbahnmarkierungen aufgebracht.

Teilweise überschwemmt gewesen war 2013 die von Schollene nach Ferchels führende Straße, sie wurde jetzt ebenfalls von der Stendaler Firma saniert. Ende März war mit den Arbeiten begonnen worden, eigentlich wäre bis Juli Zeit gewesen - doch lieferte die Firma bereits jetzt.

Landrat Carsten Wulfänger dankte bei der Übergabe am Ortsausgang von Schollene allen Beteiligten für die rasche Fertigstellung. Eine Lehre war aus früheren Bauarbeiten gezogen worden: Die Asphaltsanierung erfolgt nun immer unter Vollsperrung. Denn die Maschinen benötigen viel Platz, zudem geht so der Bau rascher vonstatten.

Etwa 580 Lkw-Ladungen

Ein Beispiel machte die Dimensionen des Straßenbaus zwischen Klietz und Mahlitz deutlich: Hier waren 14548 Tonnen Asphalt aufgetragen wurden, was etwa 580 Lkw-Ladungen entspricht. Beide Schichten wurden in einem Arbeitsgang aufgebracht und verdichtet - was die Bauzeit auf nur vier Wochen verkürzte.

Probleme hatte es allerdings mit der Materialbeschaffung gegeben: Da die nach Rathenow führende Bundesstraße 188 außerplanmäßig nochmals asphaltiert werden musste, kam es zu Engpässen. Die Firma war so gezwungen, außerhalb der Ferien zu bauen, die Schulbusse mussten umgeleitet werden.

Zwischen Schollene und Ferchels benötigte die Baufirma für die 2,6 Kilometer nur drei Wochen. Möglich war dies dank moderner Technologie: Auf die alte Fahrbahn wurde ein Polypropylengitter aufgeklebt, darauf kam eine zehn Zentimer dicke Tragschicht aus Asphalt, es folgte die vier Zentimeter starke Deckschicht. Aufbruch- und Erdarbeiten konnten somit entfallen.

Die Gesamtkosten betrugen hier 550000 Euro, bezahlt aus dem staatlichen Flutschadensfonds. Die 4,8 Kilometer lange Baustelle von Klietz nach Mahlitz hatte 1,2 Millionen Euro gekostet, ebenfalls zu 100 Prozent bezahlt aus dem Schadensfonds.

Wie die Straße nach Neukamern erhielt auch diese Fahrbahn eine völlig neue Markierung: Die Mittellstreifen entfallen, die Seitenlinien sind gestrichelt - für Autofahrer gewöhnungsbedürftig. Auch der Landrat konnte sich damit nicht recht anfreunden - im neuen Regelwerk ist es aber so für Landstraßen vorgegeben. Denn die nach Ferchels führende Straße ist zumeist nur knapp vier Meter breit.

Verbandsbürgermeister Bernd Witt freute sich, dass es nun wieder zwei Flutschäden weniger sind. Allerdings könne es mit der Abarbeitung der anderen wegen deren Vielzahl teils noch etwas dauern.