Ein in Deutschland wohl einzigartiges Museum befindet sich in Wust - es ist komplett den Kühen gewidmet. Am 1. Mai war Start in die fünfte Saison.

Wust l Fast jedes der Exponate im alten Wuster Speicher hat seine Geschichte, Gerhard Faller-Walzer kommt aus dem Erzählen nicht heraus. Stolz ist er beispielsweise über kleine Handarbeiten aus Afghanistan - es sind die Stücke, welche den weitesten Weg zurücklegen mussten. Dabei sind Kühe, wie wir sie kennen, in dem kargen Land gar nicht bekannt: Das Projekt für die Emanzipierung von Frauen in Afghanistan wurde in Freiburg im Breisgau initiiert, extra für Wust wurden die Stücke in Asien angefertigt.

Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt: Kühe gibt es nicht nur als Spielzeug oder Plüschtier, sondern auf Briefmarken, Socken, als Tasse oder Becher, als Stuhl oder als Buchthema. Letztere kann man hier sogar kaufen. Die Kuh hat bei der Sesshaftwerdung des Menschen eine äußerst wichtige Rolle gespielt, ist zu erfahren. Denn sie bot Milch und Fleisch vor Ort.

Berühmte Filmplakate mit Kühen als Darsteller

Der Autor und Illustrator des Buches "Yoga für Kühe", Klaus Puth, hat auch Postkarten für das Muuuhseum entworfen - angelehnt an bekannte Filmplakate: "Für eine Handvoll Dünger" mit Rind Eastwood, "Milchmädchen Report - Was Melker nicht mal ahnen", "Denn sie wissen nicht, was sie muhn" oder "Muhlin Rouge" steht darauf zu lesen.

Von den zahlreichen Besuchern bestaunte Ku(h)riositäten sind auch Kühe in Ku(h)- gelform aus Sandstein oder als Ku(h)gelschreiber. Natürlich gibt es auch fliegende Kühe zu bestaunen, sie baumeln an der Decke. Ein Sammler von Kuh-Schlipsen schickte nach einer Tagung der Agrosozialen Gesellschaft in Wust zwei seiner 50 Stücke ins Museum.

Dabei hat Gerhard Faller-Walzer noch nicht einmal alle seiner zwischen 2000 und 3000 Exemplare ausgestellt. Selbst entworfen hat er die "Kuhstraße": Schilder an der Decke, welche darüber informieren, wie die Kuh in Polen oder China bezeichnet wird. - Das geht schon auf keine Kuhhaut mehr!

Postkarten von Hartwin Ebel zeigen das alte Wust

Der Tradition gemäß gibt es zum Saisonstart wieder eine Sonderschau: Diesmal erhalten weitere Sammler die Möglichkeit, sich mit ihrem Hobby zu präsentieren. Johannes Leutloff aus Walbeck bei Haldensleben sammelt zum Beispiel Elefanten, fast 300 hat er bereits. Angefangen hat sein Hobby bei der Armee, da hatte er die ersten beiden Exemplare geschnitzt. Doch sammelt er nicht nur, sondern engagiert sich auch für die grauen Riesen in Afrika: Er hat eine Patenschaft bei einem Auswilderungsprojekt für Elefanten-Waisen in Kenia übernommen.

Von Hartwin Ebel sind Postkarten ausgestellt, die alte Ansichten von Wust und seinen Ortsteilen zeigen. Michaela Kubetzki haben es Duftflacons angetan, Rolf Ihlau präsentiert seine Spiritousensammlung - die kleinen Flaschen sind alle noch verschlossen.

Beide sind übrigens auch Mitglieder im Verein "Aus dem Dorf, für das Dorf", welcher das einzigartige Museum trägt. Ferner sind die fantasievolle Quietsche-Entchen-Sammlung von Stefanie Schüler-Springorum sowie die Radiergummi-Sammlung ihrer Tochter Leonie in der Sonderschau zu sehen.

Auch die neuen Shirts der ehrenamtlichen Helfer weisen die typischen Kuhflecken auf, gestaltet wurden sie von Katja Hallmann. Die Kuchenbäcker ließen sich natürlich von den Kühen inspirieren, so gab es die Backwerke in Kuhform oder mit schwarz-weißen Flecken. Der Tangermünder Geschäftsmann Timo Schönwald war mit seinem alten Ford V8 vor Ort, er versorgte ebenfalls mit - und sponsert den Verein übrigens auch.