Havelberg l Es geht also weiter mit dem "Kulturprojekt Stadtinsel". Christine Foege hat gemeinsam mit ihrem Team die Räume der kleinen "Galerie in der Langen Straße" renoviert, und zur Einweihung im Buga-Jahr war nun eine Malerin aus Schönhausen eingeladen.

Heike Buchholz hat eine farbige und interessante Auswahl ihrer Bilder mitgebracht und sie in den schlichten Räumen sehr ansprechend präsentiert. Die schönen Rahmen aus warmem Naturholz tragen dazu eine Menge bei. Sie stammen aus der Werkstatt ihres Lebensgefährten Hagen Siedler, für dessen Unterstützung sich die Malerin in ihrer kurzen Selbstvorstellung herzlich bedankte.

"Nachmalen" wird keine Kopie

Anders als bei vielen Malern liegt bei Heike Buchholz eine wesentliche Motivation nicht allein im Gestalten, sondern bereits im Betrachten der Kunst großer Meister. Buchholz` Bilder - und das ist wichtig für ihr Verständnis - entstehen aus der Auseinandersetzung mit faszinierenden Vorlagen. Das "Nachmalen" wird so keineswegs zu einer Art Kopie, sondern zu einer intensiven Beschäftigung mit dem Meister und seinem Werk. Schade, dass Informationen zu den Bildern fehlen. Dabei wäre es ja interessant nachzuvollziehen, wie beispielsweise Spitzweg, Cezanne oder Franz Marc zu einem "Buchholz" geworden sind. Nicht zu übersehen sind dabei die vielen Annäherungen an Paula Modersohn-Becker, die mit zu dem schönsten Ergebnissen geführt haben.

Im Gegensatz zu ihren überwiegend expressionistischen Vorbildern arbeitet Heike Buchholz mit weichen Stiften, also mit Kohle und farbigen Kreiden, die sie allerdings sehr malerisch-verwischend einsetzen kann. Kräftige Konturen geben den Bildern zusätzlich Charakter.

Heike Buchholz wird die Ausstellung zu den Öffnungszeiten überwiegend selbst beaufsichtigen und sich dabei auch beim Zeichnen über die Schulter blicken lassen. Auch dieser Idee des "Projektes Stadtinsel" ist viel Erfolg zu wünschen.