Havelberg l Zum achten Erfahrungsaustausch zur länderübergreifenden Zusammenarbeit am Elberadweg hatte die Industrie- und Handelskammer (IHK) Magdeburg am Montag nach Havelberg eingeladen. Geschäftsführer André Rummel begrüßte die Gäste aus Deutschland und Tschechien. Landrat Carsten Wulfänger und Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski gaben einen kurzen Überblick über die Entwicklung des Tourismus in der Region.

Der bereits elfmal zum beliebtesten Radweg gewählte Elberadweg ist in der Region ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, sagte Simone Tandeck im Gespräch mit der Volksstimme. Seit vielen Jahren ist sie im Landkreis für den Radtourismus zuständig, hat die Nordroute des Elberadweges in den neunziger Jahre mit entwickelt. Allein in Arneburg wurden im vergangenen Jahr 24000 Radtouristen gezählt. Geht man davon aus, dass die Elbe beidseitig befahren wird, sind es noch etliche Elberadler mehr. "Wir haben 110 Flusskilometer in unserem Landkreis. Mindestens einmal übernachtet jeder Radwanderer in unserer Region. Im Schnitt gibt jeder 74 Euro pro Tag aus", nennt Simone Tandeck, die am Montag von Stendal aus mit dem Fahrrad nach Havelberg gefahren ist, Fakten. Jährlich sind es 150000 Radtouristen auf dem Elberadweg, ergänzte André Rummel.

2008 hatten sich die deutschen und tschechischen Partner entlang des Elberadweges, zu denen Mitarbeiter in Koordinierungsstellen, Vertreter aus Ministerien und Kreisverwaltungen, aus Wirtschaft und Tourismusverbänden gehören, erstmals getroffen. Ziel war eine durchgehende Route von der Quelle der Elbe, die in Tschechien Labe heißt, in Spindlermühle, bis zur Mündung in Cuxhaven. 1270 Kilometer stehen inzwischen gut ausgeschildert zur Verfügung. In Deutschland sind die Radwege ausgebaut, auch wenn es Bereiche gibt, wo schon wieder Nachbesserungen erforderlich sind. In Tschechien ist von den 370 Kilometern etwa die Hälfte gut ausgebaut, sagte Daniel Mourek, der Leiter der tschechischen Delegation. Der Elberadweg sieht auch einen Abstecher nach Prag vor, so dass die Radler auch an einem Teil der Moldau entlangfahren.

Der erste Flyer zum Elberadweg ist im Jahr 2000 erschienen. Mittlerweile gibt es jährlich ein gemeinsames Handbuch, das auf hundert Seiten Informationen zu Routen, Sehenswürdigkeiten, Gastronomie und Übernachtungen gibt. "Ohne die vielen Partner wäre das nicht möglich", ist Simone Tandeck froh über das geschaffene große Netzwerk. Das Handbuch gibt es in Deutsch und in Tschechisch. Die noch getrennten, aber verlinkten Internetseiten sind viersprachig. Im nächsten Jahr soll die gemeinsame Internetpräsentation zum Elberadweg fertig sein, kündigte André Rummel an. Außerdem ist eine App für Mobiltelefone geplant.

Zu Beginn des Erfahrungsaustausches im Rathaus erfuhren die Teilnehmer auch Interessantes zur Bundesgartenschau. Der technische Leiter im Buga-Zweckverband Frank Schröder gab einen kurzen Überblick über die fünf Standorte und berichtete auch über die Möglichkeiten, die für Radfahrer geschaffen wurden, um die Havelregion samt Buga zu erkunden.

Davon überzeugten sich die Teilnehmer selbst. Gestern wollten sie von Havelberg nach Stölln per Rad fahren. Nach der Führung über das Buga-Gelände dort stand dann eine Busfahrt zur Buga in Rathenow auf dem Plan.