Klietz (asr) l Über den Bau des Radweges von Klietz nach Hohengöhren über Neuermark-Lübars wird schon seit Jahren geredet. Doch immer wieder werden die Pläne geändert. Auch aus der Zusage "2015 geht es los!" wird wieder nichts.

Es wäre zu schön gewesen, wenn es gestimmt hätte, was Ministerpräsident Reiner Haseloff am Dienstagnachmittag bei der Einweihung der Klietzer Brücke sagte: "Der vierjährige Michel und seine Omi Christel Lühmann sind die Ersten, die den neuen Radweg von Neuermark bis nach Klietz passiert haben. Nun kann der Kleine täglich sicher mit dem Rad zum Kindergarten nach Klietz fahren."

Denn tatsächlich fertig ist nur ein ganz kurzes Stück des Radweges: 352 Meter von der neuen B107-Brücke über den Trübengraben entlang des alten Bahnhofsplatzes bis zur Einfahrt zum Wirtschaftsweg nach Neuermark. 180000 Euro hat dieser Abschnitt gekostet und gehörte zur Wiederherstellung des durch die Flut geschädigten Brückenbauwerkes.

Dass erst ein kurzes Stück des Radweges fertig ist, hörte der Ministerpräsident erst nach seinem Grußwort. Manfred Krüger von der Landesstraßenbaubehörde - zuständig für Bundesstraßen und begleitende Radwege - erklärte auf Volksstimme-Anfrage die weiteren Pläne: Nach langem Hin und Her ist die Entscheidung gefallen, den Radweg auf dem Bett der alten Kleinbahnlinie zu bauen. Der erste von vier Abschnitten ist jetzt fertig. Teil 3 von der Einfahrt zum Wirtschaftsweg bis zum Bahnhof sollte eigentlich dieses Jahr in Angriff genommen werden. Doch baurechtlich ist das noch nicht möglich, weil noch Grundstücksangelegenheiten zu klären sind. 2016 könnte es hier erst losgehen. Das bereits für dieses Jahr eingeplante Geld wird in ein anderes Projekt gesteckt. Abschnitt 2 vom Bahnhof bis zum Ortsausgang Lübars folgt ein Jahr später und das letzte Stück bis Hohengöhren anschließend. "Es wird bis 2017/18 dauern, bis alles fertig ist. Der künftige Klietzer Bürgermeister Hermann Paschke zeigte sich wenig erfreut von den langfristigen Plänen. Denn der Radweg von Klietz nach Neuermark ist in denkbar schlechtem Zustand: auf dem Streifen Betonplatten ist es holprig und der Sommerweg daneben birgt bei Trockenheit mit etlichen Stellen Zuckersand ebenfalls Gefahren für Radler. "Hier müssen wir umgehend wirksam werden!"

Im Rahmen der Flutsanierung ist die Reparatur des Wirtschaftsweges von Klietz nach Neuermark-Lübars geplant. Beantragt ist die Maßnahme. Bauamtsleiter Ulf Wabbel rechnet nicht damit, dass vor 2016 etwas passiert. Auf Wunsch der Gemeinde Klietz soll das Stück vom Neuermarker Ortsausgang bis zur alten Bahnlinie (künftiger Radweg) befestigt werden - ob dem so zugestimmt wird, ist ungewiss.