Über 50 Schüler der 9. Klassen der Havelberger Sekundarschule "Am Weinberg" absolvierten unlängst berufsorientierende Praktiken in verschiedenen Berufen.

Havelberg l "Was will ich später werden?" Diese Frage beschäftigt Schüler spätestens ab der 9. Klasse. Bei der Entscheidung sollen Betriebspraktika helfen. Doch allein schon die Wahl, für welchen Betrieb man sich entscheidet, ist für viele Schüler schwierig. Denn die meisten Praktikanten befürchten, nur Kaffeekochen und Putzen zu müssen. Doch diese Sorge ist unbegründet! Die Betriebe setzen auf aktive Mitarbeit und Integration der Praktikanten in das Team, bestätigten die Neuntklässler der Sekundarschule. Zwei Wochen lang tauschten sie die Schule mit Werkstätten, Praxen und Büros. Das Spektrum der zu erkundenden Berufsfelder war breit gestreut: Handwerk, Handel, Bundeswehr, Dienstleistungen, Industrie, KMG-Klinikum, Landwirtschaft, soziale Einrichtungen... Die Jugendlichen konnten zwei Wochen lang testen, ob ihre Vorstellungen mit der Wirklichkeit übereinstimmen.

Arbeit mit Menschen - am liebsten mit Älteren

Anni Willert aus der 9c hatte sich im Pflegeheim "Am Camps" beworben und wurde im Demenzbereich der Lewida-Einrichtung eingesetzt. "Das erste Praktikum hatte ich im Kindergarten "Zwergenland" gemacht, wo es mir auch sehr gut gefallen hatte. So konnte ich Erfahrungen mit jungen und alten Menschen sammeln. In der Altenpflege zu arbeiten, kann ich mir gut vorstellen." In der neuen Senioreneinrichtung hat sie ihre Arbeit zur Zufriedenheit der Mitarbeiter gemacht und wurde auch von den Bewohnern gelobt. "Alles wird gründlich erklärt und es macht Spaß, Teil eines engagierten Teams zu sein", sagte Anni Willert.

Sophies Traumberuf: Kinderdorfmutter

Die schönen Erinnerungen an die vielen Stunden Freizeit, die sie in ihrer Kindheit im Jugendzentrum verbracht hat, verschlug Sophie Kirst in diese Einrichtung der Hansestadt. Viele Jahre hatte sie die Einrichtung in der Uferstraße besucht und kehrte nun zum Praktikum zurück. "Mein Berufswunsch ist es, Kinderdorfmutter zu werden - da bin ich hier im Juze zum Kennenlernen der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gut aufgehoben. Ich kenne die meisten Betreuer und kann von ihnen sehr viel über die Arbeit mit Kindern lernen. Es hat mir gut gefallen, mit den Kindern so kreativ zu sein. Herzlich Dank dafür!"

Parscal hat gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz

Lobende Worte findet der Serviceleiter des Autohauses Dinnebier, Arne Hoffmann, für den Praktikanten Pascal Kapl. "Wir sind sehr zufrieden. Er hat die Aufgaben gut erledigt - mit seinem Berufswunsch könnte es etwas werden." Der Schüler berichtet, dass er auch sein erstes Praktikum in diesem Autohaus absolviert hatte, "damals gefiel es mir schon gut, deshalb war ich auch froh, dass ich wiederkommen konnte". Sein Interesse für Autos und Technik treibt ihn zum Berufswunsch Mechatroniker. "Das ist ein cooles Team hier, ich habe viel gelernt. Wenn ich einen Ausbildungsplatz in diesem Haus bekommen könnte, wäre ich glücklich."

Naomie macht nur eine Stippvisite im Nagelstudio

So schmutzige Hände wie Pascal bekam Naomi Arnold an ihrem Praktikumsplatz nicht. Sie sorgte dafür, dass die Nägel der Kunden hübsch aussahen. Denn sie hatte einen Praktikumsplatz im Nagelstudio "Nails More" bei Inka Döring bekommen. "Die Arbeit hat mir gut gefallen" resümiert sie, obwohl sie eine ganz andere Richtung anstrebt, "ich möchte zahnmedizinische Fachangestellte werden". In den Sommerferien will sie versuchen, auf diesem Gebiet einen Praktikumsplatz zu finden.

Dass das Praktikum ein Erfolg war, lag nicht nur am Engagement der Schüler, sondern auch an den Betrieben, die sich viel Mühe gaben, die Schüler gut zu betreuen.

   

Bilder