Dieser Vertreter der Gattung Equus hat´s nicht so mit dem Eingezäuntsein. Während seine acht Hufkameraden auf ihrer Koppel in Wackersleben (Landkreis Börde) ganz zufrieden mit dem Auslauf- und Nahrungsangebot wirken, begibt sich Pferd Nummer neun regelmäßig auf Pirsch außerhalb des Weidezauns. Sehr zum Verdruss der benachbarten Kleingärtner, denn der Grasfresser hat inzwischen eine Vorliebe für feines Gemüse entwickelt und vertilgt das liebevoll Gezogene in großen Mengen. Eine besondere Vorliebe hat der vollblütige Gourmet überdies für Blumen entwickelt - mit dem unangenehmen Nebeneffekt, dass er auf der Suche nach immer neuen ultimativen Geschmackserlebnissen die schon getesteten blühenden Beete achtlos zertrampelt.

Einem Kleingärtner war es nun zu viel des Fremdfütterns.Er erstattete Anzeige bei der Polizei. Diese erkannte zwar auf wiederholten Sachschaden, überließ die weiteren Ermittlungen jedoch dem Ordnungsamt. Es war schlechterdings nicht möglich, den Übeltäter abzuführen oder zu vernehmen. So legte also das Amt dem Pferdehalter nahe, die Koppel so zu sichern, dass der Ausbüxer eben nicht mehr ausbüxen kann. Zumal man den Garteninhabern nicht mehr zumuten wollte, das freiheitsliebende Tier immer selbst einzufangen.

Gesagt, getan? Nicht beim Ausbrecherkönig von Wackersleben. Schon wenige Tage später wurde der gewiefte Fuchs wieder grasend diesseits der Umzäunung gesichtet - diesmal immerhin nicht in Nachbars Garten. Der Halter muss wohl trotzdem fürchten, dass die Geduld der Behörden nicht so unbegrenzt ist wie seine Weide.