Die Kinderbetreuung in den zehn Einrichtungen des Elbe-Havel-Landes wird teurer. Sowohl die Eltern als auch die Verbandsgemeinde als Träger müssen tiefer in die Tasche greifen.

Elbe-Havel-Land l Glücklich sahen die Mitglieder des Sozialausschusses am Mittwochabend nicht aus, als sie die Empfehlung für den Verbandsrat festlegten. "Es ist ein Kompromiss, der allen weh tut", sagte Bürgermeister Bernd Witt. Einmal pro Jahr müssen laut Kinderfördergesetz die Kosten für die Kinderbetreuung auf den Prüfstand. Steigende Kosten vor allem im Personalbereich machen es nun notwendig, Korrekturen vorzunehmen. Denn die Zuweisungen steigen nicht proportional mit den höheren Kosten, so dass der Fehlbetrag ausgeglichen werden muss.

Insgesamt sind es rund 2,2 Millionen Euro, die jährlich für die Betreuung in Krippe, Kindergarten und Hort benötigt werden. Darin inbegriffen die Personalkosten auch für Hausmeister, Küchenkräfte und Reinigung sowie die Bewirtschaftungskosten für die Gebäude. Von Land und Landkreis gibt es Zuweisungen in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro, der Rest bleibt für Eltern und Verbandsgemeinde als Träger über. Gesetzlich möglich wäre es, diese genau zu teilen. Doch aus sozialen Gründen sieht die Verbandsgemeinde davon ab, denn das würde enorme Kosten für die Eltern bedeuten.

Ab Sommer sind es voraussichtlich 453 Mädchen und Jungen, die die Tagesstätten besuchen - 96 in der Krippe, 203 im Kindergarten und 154 im Hort. Mit den fast 40 Erzieherinnen sei schon sehr knapp kalkuliert, hier gebe es kein Einsparpotenzial, zumal sich der Betreuungsschlüssel ab August noch einmal ändert. Auch andere Stellen, an denen Geld gespart werden kann, sieht Bauamtsleiter Ulf Wabbel kaum, "um beispielsweise Heizkosten zu sparen, müssen wir in die meist alten Gebäude erst einmal investieren".

Verbandsgemeinde muss84000 Euro mehr zahlen

Verschiedene Modelle, wie der in der neuen Kalkulation ermittelte Fehlbetrag ausgeglichen werden könnte, lagen den Ausschussmitgliedern am Mittwochabend vor. Auch mit den Leiterinnen und den Elternkuratorien war darüber gesprochen worden. Vor allem die drastische Erhöhung im Hortbereich stieß dabei auf Gegenwehr. In einer zunächst favorisierten Variante gab es trotz der Erhöhung der Kostenbeiträge für die Eltern immer noch einen Fehlbetrag in Höhe von 130000 Euro. "Wie soll die Verbandsgemeinde den stemmen", fragte Silvio Wulfänger besorgt, hat er doch auch die anderen Anschaffungen beispielsweise im Bereich des Brandschutzes vor Augen. Das ginge nur über die Umlage - also die sechs Mitgliedsgemeinden müssen für die Betreuung ihrer Kinder aufkommen, blieb Bernd Witt nur als Antwort. Aber auch deren Kassen sind leer. "Wir müssen das Gesamtkonstrukt im Auge behalten", mahnte er, die Gemeinden nicht zu hoch zu belasten.

Ein ganz frisch erstelltes viertes Modell sieht einen Fehlbetrag von "nur" noch 84000 Euro vor, den die Verbandsgemeinde aufbringen muss. Für die Eltern würde diese Variante, die der Sozialausschuss nun dem Ende des Monats tagenden Verbandsrat vorschlägt, folgende Gebühren bedeuten:

Ein Krippenplatz kostet fünf Stunden 145 Euro (bisher 125 Euro), acht Stunden 200 Euro (167 Euro) und zehn Stunden 237 Euro (195 Euro).

Auch für die Betreuung der Drei- bis Sechsjährigen müssen die Eltern tief in die Tasche greifen: Fünf Stunden kosten 103 Euro (85 Euro), acht Stunden 131 Euro (99 Euro) und zehn Stunden 149 Euro (108 Euro).

Für Hortkinder zahlen die Eltern laut Empfehlung bei zwei Stunden 57 Euro (50 Euro), bei vier Stunden 74 Euro (63 Euro) und bei sechs Stunden (Ferienzeit) 90 Euro (76 Euro).

Der Rat wird am 26. Mai darüber diskutieren. Gültig werden sollen die neuen Gebühren ab Juli.