Der Taufstein der Schönhauser Kirche ist neben dem Triumphkreuz und der Altarmensa einer der ältesten Ausstattungsstücke des Gotteshauses. Nach seiner Restaurierung erstrahlt er nun wieder in alter Schönheit.

Schönhausen l Es gilt als gesichert, dass der Taufstein seit Anbeginn in der Kirche vorhanden gewesen war - also seit 1212. Doch war er in die Jahre gekommen, einige Teile waren bereits abgebrochen - eine Sanierung tat not. Damit wurde ein Berliner Restaurator beauftragt, der bereits in Havelberg gute Arbeit abgeliefert hatte. Auch ein festes Datum für die Wiederindienstnahme gab es: der 15. Mai 2015, denn an dem Tage jährte sich der Tauftag Otto von Bismarcks zum 200. Male.

Dieser Termin wurde eingehalten, beim Tauf- und Festgottesdienst am Freitagabend hatte der frisch sanierte und hübsch mit Blumen dekorierte Taufstein dann auch gleich "Schwerstarbeit" zu leisten: Immerhin sieben Täuflinge bekannten sich an dem Tage öffentlich zu ihrem christlichen Glauben: "Ja, mit Gottes Hilfe!"

Pfarrer Ralf Euker taufte die Kleinkinder Thore Triphan und Tyler-Joel Voigt, die Kinder Lea Nitschke, Jamie Oliver Leib sowie Carla und Otto Northe - sie hatten alle schon fleißig am Gemeindeleben teilgenommen - sowie die erwachsene Kristin Höik. Zusammen mit den Taufpaten wurde die feierliche Zeremonie an historischer Stätte vollzogen.

Der Pfarrer erinnerte in seiner Predigt an Otto von Bismarck, der am 1. April 1815 in Schönhausen geboren und am 15. Mai getauft worden war. Getauft worden war er von Pfarrer Christian Petri, der das Amt hier 45 Jahre lang ausgeübt hatte. Immerhin 19 Kinder der adligen Familie hatte er getauft, acht waren später verstorben.

Bärbel Paulßen spendete Geld für Restaurierung

Bismarck habe die Deutschen in einem Staatswesen vereint, betonte der Pfarrer, doch Rassenwahn und Kriegstreiberei der Nazis machten sein Werk über Jahrzehnte zunichte. Erst 1990 mit der Wiedervereinigung wuchs zusammen, was schon Bismarck zusammengefügt hatte.

Die Wiederindienstnahme des restaurierten Taufsteines erfolgte zusammen mit Hagen Siedler, dem Gemeindekirchenratsvorsitzenden Thomas Roloff und Bärbel Paulßen - letztere bekam als kleines Dankeschön für ihre Spende einen Blumenstrauß überreicht. Denn erst dadurch wurde die Restaurierung überhaupt möglich.

Die Kirche war mit 200 Besuchern übrigens sehr gut gefüllt. Der Posaunenchor auf der Empore, Pfarrer Tobias Eichenberg an der Orgel sowie der Singkreis umrahmten den Gottesdienst musikalisch.

Der nächste große Höhepunkt wird das Kinderfest am 31. Mai sein.

Bilder