Die Deichrückverlegung im Sandauer Norden hat begonnen, über Einzelheiten wurde jetzt der Stadtrat informiert.

Sandau l Eine zwei Kilometer lange Trasse, auf welcher der neue Deich zwischen Sandau und Havelberg entstehen wird, ist inzwischen von Bäumen beräumt, berichtete Kristina Rotter vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz LHW. Inzwischen sind auch die Kampfmittelräumer fast fertig, so einiges hatten sie im Stadtwald gefunden - Hinterlassenschaften von Wehrmacht und Roter Armee. Aktuell sind die Archäologen seit einigen Wochen dabei, eine eisenzeitliche Siedlung zu dokumentieren (wir berichteten).

Die Baustraßen befinden sich am Sandauer Ortsausgang - sie wurde jetzt asphaltiert - sowie im Havelberger Mühlenholz und in Sancoussi. Der Zustand der Wege wurde vorher dokumentiert. Der insgesamt 2,8 Kilometer lange DIN-gerechte Deich wird auf Wunsch der Kommune auch eine asphaltierte Krone für die Radfahrer bekommen, informierte Planer Jörg Priebe. Schutzzäune wegen der Amphibien wurden aufgestellt, Kästen für Vögel und Fledermäuse aufgehangen. Die planierte Bautrasse umfasst insgesamt 97000 Quadratmeter, der Boden für den Neudeich wird zwischen Sandau und Wulkau an zwei Stellen ausgehoben.

Weil die für die Deichhöhe ausschlaggebende Hochwasser-Anschlaglinie nach 2013 neu berechnet wurde, wird der neue Deich wieder um bis zu einen halben Meter höher als der Deich in Sandau, der bereits vor einigen Jahren saniert worden war. Damit haben aber die Sandauer trotz aller Euphorie ein Problem: Wird später auch im Süden der Deich rückverlegt, sind ringsum die Deiche höher als direkt in der Stadt, monierte Bürgermeister Henry Wagner. Doch müssen zuallererst die Schwachstellen beseitigt werden, sagte der Planer, danach folgt auch die Ortslage.

Für das Projekt Sandau-Süd musste wegen der neuen Höhen ein neues Planfeststellungsverfahren eröffnet werden. Darum müssen auch die Einwände der Bürger dazu neu eingereicht werden. Aufgrund der bisherigen Hinweise wurde 2009 ein neues Gutachten zum Grundwasser erstellt und mit den Daten vom Hochwasser von 2011 ergänzt. Trotz des neuen Anlaufs liegt der LHW noch immer im Zeitplan - im Mai 2018 soll Baustart sein.

Notsicherung mit Berme und Wegebau im Süden

Weil der Deich in dem Bereich teils viel zu steil ist, einige Schwachstellen besitzt und bei einer Extremflut nicht zu erreichen ist, wird zur Notsicherung noch in diesem Jahr eine landseitige Berme angetragen. Und zwar zwischen der Überfahrt hinter der Sandauer Tankstelle bis zu den Wulkauer Qualmpoldern. An diesen Poldern werden zudem zwei Wege ertüchtigt - auch hier war 2013 kein Herankommen mehr. Wird dieser Deich nach erfolgter Rückverlegung im Jahre 2021 geschlitzt, wird wieder alles zurückgebaut.

Jeden Montag zwischen 9 und 13 Uhr hat das Baubüro hinterm Rathaus geöffnet.