Der Skaterplatz am Tanger ist nur noch für all jene ein solcher, die wissen, dass hier einst verschiedene Skaterelemente standen. Eine große glatte Asphaltfläche ist übrig geblieben, die neu bestückt werden könnte. Ideen sind da, das Geld jedoch nicht. Trotzdem wollen Rat und Jugend hier gemeinsam Zukunft planen.

Tangermünde l Mit einem Termin vor Ort startete am Montagabend die Sitzung des Ausschusses für Soziales, Bildung, Kultur und Sport. Vorsitzende Hildegard Wynands (CDU) hatte zum Skaterplatz am Tanger eingeladen. Nicht nur die Ausschussmitglieder, auch Streetworkerin Carola Schulz und vier Jugendliche waren diesem Aufruf gefolgt.

Mit einer Überraschung startete das Besichtigungsprogramm. Diese fasste zunächst Hildegard Wynands in Worte. "Ich bin positiv überrascht, wie sauber und ordentlich es hier unten ist", sagte sie. Nicht extra für den Ausschuss sei gefegt worden. Bereits am Morgen hätte sie sich hier umgesehen und dasselbe Bild vorgefunden. "Ehrlich gesagt bin auch ich überrascht", pflichtete ihr die Streetworkerin angesichts des sich bietenden Eindrucks bei. "In letzter Zeit hat hier allerdings auch Ruhe geherrscht", versuchte sie den Zustand zu erklären.

Hatte es vor Jahren an diesem Ort noch eine Halfpipe gegeben und einige kleine Elemente, auf denen mit BMX-Rädern und Skateboards gefahren werden konnte, herrscht jetzt gähnende Leere. Hochwasser, Umwelteinflüsse und nicht zuletzt auch das Zutun kraftstrotzender Jugendlicher hatten ihren Teil dazu beigetragen, dass nach und nach verschwand, was nicht mehr reparabel war.

Erster Schritt: Bänke und ein Windschutz

Seit einigen Jahren hat die Streetworkerin jedoch die Idee, mit der Jugend für die Jugend hier wieder etwas zu schaffen. In mehreren Ausschüssen stellten sie bereits ihre Wüsche vor, waren dazu in andere Städte gereist, um Ideen zu sammeln, Eindrücke zu bekommen.

"Fakt ist: Alles auf einmal geht auf keinen Fall", erklärte Hildegard Wynands auf dem Platz. "Wir wollen jedoch klein anfangen und dazu gehören Bänke. Die habt ihr euch ja gewünscht", sagte sie an die Jugendlichen gewandt.

Zwar stehen rund um das noch vorhandene Basketballareal einige, wieder reparierte Bänke. Doch damit die Jugendlichen auch bei schlechterem Wetter hier verweilen können, soll der noch stehen gebliebene Holzpavillon nach den Vorstellungen des Ausschusses mit einem Windschutz und Bänken versehen werden.

Bauhofleiter Bodo Hensche solle dazu die Kosten ermitteln. Vielleicht koste es ja nicht allzu viel und könne noch in diesem Jahr realisiert werden, machte die Ausschussvorsitzende ihrer Hoffnung Luft. Gleichzeitig gab es die Idee, einige Dosen Farbe zur Verfügung zu stellen, um dem Holz des Pavillons Schutz und Attraktivität zu verleihen. "Die Jugendlichen würden selbst mit anpacken", sagte Carola Schulz für die vier. Tim Ludwig, Peggy Brandenburg, Justin Säuberlich und Max Lüdecke waren bei der Platzbesichtigung dabei.

Für die Zukunft sollten Jahr für Jahr kleine Schritte gemacht werden, um das große Ziel zu erreichen, erklärte die Vorsitzende. "Dazu muss das Ziel aber bekannt sein", betonte Olaf Haußen (SPD). Nur so könnten jährlich Schritte gegangen werden, die am Ende auch zu Ziel führen.

Nach Ansicht der Ausschussmitglieder könnte jährlich eine gewisse Summe im Haushalt für den Skaterplatz eingeplant werden. Für welches Element oder Projekt es eingesetzt wird, müsse zusammen mit den Jugendlichen festgelegt werden. "Wir wollen ihnen nichts überstülpen", betonte Hildegard Wynands.