Tischler, Elektriker und Ausstellungsbauer sind die Gewerke, die derzeit schwerpunktmäßig im "Haus der Flüsse" der Biosphärenreservatsverwaltung Mittelelbe tätig sind. Sie setzen alles daran, dass die Ausstellung zum Thema Natura 2000 ab der zweiten Junihälfte für Besucher öffnen kann.

Havelberg l Hunderte Besucher strömen täglich vom Buga-Parkplatz in der Elbstraße aus über das Gelände am "Haus der Flüsse" in Richtung Buga-Areale. Manch einer wirft einen Blick durch die Tür des neuen Gebäudes, das sich als "Treibholz" bereits gut ins Stadtbild eingefügt hat. Er sieht, dass drin noch viel gearbeitet wird. Etliche der Holzvertäfelungen in hell und dunkel und unterschiedlichen Formen sind bereits an den Wänden. Derzeit werden die Ausstellungsteile aufgebaut und installiert. Eine Firma aus München ist damit beauftragt. Mit diversen interaktiven Funktionen können Besucher dort künftig jede Menge Wissenswertes über "Natura 2000" erfahren. Pflanzen, Tiere, Lebensräume, Auenlandschaften, Havelrenaturierung, Hochwasser sind nur einige der Themen.

In den Fußboden eingelassen ist ein digitaler Flusslauf, den die Besucher beeinflussen und sogar zum Übertreten bringen können. Dann simulieren Lichtleisten im gesamten Ausstellungsraum ein Hochwasser, erklärt Projektleiter Armin Wernicke von der Biosphärenreservatsverwaltung Mittelelbe. An einem anderen Element gibt es Informationen zu Zugvögeln. Passend zu den aufgerufenen Informationen bewegen sich die Vögel an der Decke. Ein virtuelles Aquarium zeigt Fische aus Elbe und Havel.

"Die Besucher können hier überall selbst tätig werden und sich Informationen erarbeiten", sagt er. Das betrifft auch Naturprojekte, die gemeinsam mit Partnern vorgenommen werden, wie eben die Havelrenaturierung durch den Nabu. Die Elemente können stets ergänzt werden. Somit gibt es auch später für die Besucher immer mal wieder Neues zu entdecken. "Hier ist nichts von der Stange, solch eine Ausstellung gibt es noch nicht", macht Armin Wernicke auf das Besondere des "Hauses der Flüsse" aufmerksam. Auch wenn alle Beteiligten bemüht waren, das gesamte Projekt, für das Ende Juni vorigen Jahres erst Baustart war, pünktlich zur Bundesgartenschau fertig zu haben, so ist doch mehr Zeit nötig, damit alles zusammen funktioniert. Mit Blick auf die ELER-Fördergelder von der EU versichert Armin Wernicke, dass sich das Projekt aus dieser Sicht im vorgegebenen Kosten- und Zeitrahmen bewegt.

Im hinteren Bereich des Hauses befindet sich ein teilbarer Projektraum, in dem Kurzfilme laufen werden und Experimente möglich sind. Gedacht ist auch an Schließfächer, damit die Besucher ihre Utensilien sicher unterbringen können, während sie sich die Ausstellung anschauen oder draußen die Umweltbildungselemente ausprobieren.

Sehr gut kommt dort bereits der Wasserspielplatz an - übrigens nicht nur bei den Jüngsten. Gestern probierten dort Kinder aus Zerbst die verschiedenen Stau- und Pumpelemente aus. Einen tollen Blick gibt`s von der bereits freigegebenen Loggia, die über eine Treppe am Eingang zu erreichen ist.

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