Stendal (wbi) l Im Prozess vor dem Landgericht um Beihilfe zum Drogenhandel durch Betreiben einer Cannabis-Plantage in Stendal haben die beiden Angeklagten am Donnerstag ein Geständnis abgelegt.

Zuvor hatte die 1. Große Strafkammer das zu erwartende Strafmaß im Falle eines Geständnisses für die beiden Vietnamesen bekanntgegeben. Demnach erwartet sie eine Freiheitsstrafe zwischen zwei und drei Jahren.

Am 16. Januar hatte ein Sondereinsatzkommando der Polizei die Indoorplantage ausgehoben. Sie hatten einen Hinweis bekommen von Mitarbeitern einer Baufirma, die auf dem Gelände in einem Stendaler Gewerbegebiet einen Abwasserkanal verlegen sollten und denen das von außen völlig abgeschottete Gebäude verdächtig vorgekommen war.

In ihren von den Verteidigern verlesenen Einlassungen gaben die Angeklagten an, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Anfang Januar nach Stendal in das einst von der Telekom genutzte, aber schon seit Jahren leerstehende Gebäude gekommen zu sein. Der 46-Jährige gestand, sich um die Pflanzen gekümmert zu haben. Er sei zuvor Gastarbeiter in Bulgarien gewesen und als Montagearbeiter im November 2014 nach Deutschland gekommen. Ein Freund hätte ihm "Gartenarbeit" angeboten. Erst nach seiner Ankunft in Stendal habe er erfahren, um was es wirklich ging.

Der Mitangeklagte gab an, 2014 illegal mit Schleusern via Russland nach Deutschland eingereist zu sein. Erst hätte er andernorts in einem Imbiss gearbeitet. Dann hätte man ihm angeboten, als Lagerarbeiter tätig zu sein. Bei der Ankunft in Stendal hätte sich das Lager als Cannabisplantage entpuppt. Er habe sich aber nicht um die Cannabispflanzen gekümmert, sondern Hausarbeiten wie Essen kochen und Wäsche waschen verrichtet.

Das Urteil fällt am 30. Juni.