Nicht nur mit dem Blick auf die Buga 2015, sondern auch darüber hinaus soll die touristische Infrastruktur in der Region weiter ausgestaltet werden. Dies auf die Fahnen geschrieben hat sich das Touristik-Forum, welches in Warnau am Mittwoch seine siebente Zusammenkunft hatte.

Warnau. "Wir müssen den Vorlauf mit Blick auf die Bundesgartenschau schon jetzt vorantreiben, es muss nicht immer viel Geld kosten, aber man kann damit oft viel erreichen", riet einer, der es von Berufs wegen wissen muss: Detlef Tusk, Leiter der Havelberger Touristinformation. Doch sollten die Touristiker auch immer an die Gegenwart denken, zum Beispiel mit Wasserwanderplätzen oder Rad- und Wanderwegen. Sehr im Trend liegen Pilgerreisen, auch dazu könnte die Elb-Havel-Region etwas bieten. Mit Dom, Stadtinsel und dem Radwegenetz ist bereits Attraktives vorhanden, man muss es den Touristen nur schmackhaft machen.

Zum Wanderweg in Kamern informierte Günter Klam, der mit der Verbandsgemeinde und der Gemeinde Kamern zu den Einladenden zählt, dass die Beschilderung des Frau-Harke-Sagenpfades nun komplett sei. Dieser Weg soll einmal Bestandteil eines ganzes Wegenetzes von historischen Pfaden werden, merkte er an. Die Anfänge wurden also mit Hilfe von AGH-Kräften getan. Ein weiteres Projekt sei die Gestaltung von leeren Schaufenstern in Havelberg, hier könnten sich zum Beispiel die Ortschaften präsentieren.

Nach wie vor wolle die Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land eine Stelle für den Tourismus schaffen, informierte deren Bürgermeister Bernd Witt. Im Vorjahr wurde der Antrag abgelehnt, dieses Jahr wird er erneut gestellt.

Die Region soll im Internet als Elb-Havel-Winkel attraktiv dargestellt werden, so Bernd Witt weiter. Jeder Ort bietet andere Sehenswürdigkeiten. Um dafür an weitere Fördergelder zu kommen, bedarf es aber privater Initiativen.

Eine solche wäre nötig, um das alte Spritzenhaus in Warnau der Nachwelt als Denkmal zu erhalten. Eine Sanierung würde um die 20 000 Euro kosten, wozu es aber eines Nutzungskonzepts bedarf. Sonja Isecke könnte sich dort eine regensichere Unterkunft für Radtouristen vorstellen.

Sabine Schulze, in deren "Fischerstube" die Runde tagte, hat beruflich viel mit Touristen zu tun. Viele suchen in der Region Ruhe und Entspannung. Sie vermisst eine Auflistung von Sehenswürdigkeiten der Orte in der Umgebung, die man den Gästen mitgeben kann.

"Es fehlt in Garz zum Beispiel ein Leitfaden für die Wasserwanderer", ergänzte Astrid Braunsdorf aus Garz. Zudem vermisse sie in vielen Orten Flächen, wo man Plakate für Veranstaltungen anschlagen kann. Gut klappe dies bereits im Havelwinkel.

Klaus Beck, Bürgermeister in Kamern, schlug vor, die vielen Ideen aufzusplitten. In den nächsten Jahren bis 2013 müsse man weiter Ideen sammeln, um zur Buga ein einheitliches Konzept zu besitzen. Zur überregionalen Werbung sei das Internet unentbehrlich, hier könne man Angebote verlinken. Für die im Internet geplante Werbeplattform sollten alle Gemeinden und Ortschaften zuarbeiten, so Günter Klam.

In etlichen Büchern wird über die Havelregion und ihre Sagen berichtet, worüber zu Beginn Johanna Leu informierte. Immer zu finden ist die Frau Harke, sogar ein Roman wurde über die Sagengestalt verfasst. Aus diesem las die Warnauerin vor: Das 1915 verfasste Werk berichtet vom Niedergang der Havelfischerei – durch den Ausbau des Flusses zur Wasserstraße.