Eine Familie aus Havelberg musste ihren Urlaub nach Ägypten absagen. Ein Ehepaar befindet sich gerade im Land. Christine Stavenow vom Reisebüro "Tines Reisekoffer" erzählt im Gespräch mit der Volksstimme, wie sich die Proteste in Ägypten auf die deutschen Urlauber auswirken.

Havelberg. Wegen der Unruhen mussten viele Reisende in den vergangenen Wochen und Tagen ihren Urlaub nach Ägypten stornieren oder umbuchen. Auch Havelberger sind davon betroffen. Christine Stavenow ist Inhaberin des Reisebüros "Tines Reisekoffer" in der Innenstadt. Sie sagt: "Wäre es über Weihnachten oder Silvester zu den Protesten gekommen, hätte es viele Urlauber aus der Domstadt getroffen." Denn zu dieser Zeit reiste so manch ein Havelberger in das warme Land, um der einheimischen Kälte zu entfliehen.

Wie die Volksstimme erst kürzlich berichtete, gilt Ägypten bei den Einheimischen als eines der beliebtesten Ziele für den Winterurlaub. Doch zum Glück hatte es in den vergangenen Wochen wenige Ägypten-Reisende gegeben. Christine Stavenow musste bisher nur eine Reise stornieren. Sie hatte versucht, kurzfristig eine Alternative für die Familie zu finden. "Aber das ist wirklich schwer. Jetzt noch etwas in der selben Preisklasse zu finden, ist fast unmöglich", erklärt sie.

Die Familie war natürlich ziemlich traurig, ihren langersehnten Urlaub absagen zu müssen. "Sie haben so lange darauf gewartet und sich sehr auf die Reise gefreut. Besonders die Kinder waren enttäuscht, dass sie nicht wegfliegen konnten. Aber die Sicherheit geht nun mal vor."

Im Moment wäre ein Urlaub in Ägypten einfach zu gefährlich. Vor allem in der Hauptstadt Kairo herrscht derzeit das blanke Chaos. Tausende Demonstranten gehen auf die Straßen und fordern den sofortigen Rücktritt des Präsidenten Husni Mubarak.

Immer wieder eskaliert vor Ort die Situation. Denn Protestanten und Polizisten geraten ständig aneinander und es kommt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Bürgerkriegsähnliche Szenen spielen sich dort ab und ein Ende ist bisher noch nicht in Sicht. Deshalb rät das Auswärtige Amt allen Touristen von einer Einreise ab. Viele Reiseunternehmen reagierten auf diese Meldung und fliegen nun keine Urlauber mehr in das Land am Nil. Viele deutsche Touristen wurden sogar nach und nach aus Kairo und Umgebung zurückgeholt, da der Aufenthalt dort für sie sonst zu riskant wäre.

Ein Ehepaar aus Havelberg weilt im Moment noch in Ägypten. Aber es hält sich nicht in den betroffenen Regionen auf, sondern befindet sich in der Nähe von Hurghada, 500 Kilometer von der Hauptstadt und den heftigen Unruhen entfernt. Das Ehepaar will seinen Urlaub, der bis Ende Februar gebucht war, weiter fortsetzen, da es in seiner Region bisher noch zu keinen Unruhen gekommen ist.

Die Kunden, die einen Ägyptenurlaub für den Sommer gebucht haben, lassen sich ebenfalls noch nicht aus der Ruhe bringen, erzählt Christine Stavenow. "Sie sind optimistisch, dass sich die Situation bis dahin wieder beruhigt hat", so die Reisebüro-Inhaberin.

Auch sie hofft, dass ihre Kunden spätestens im Sommer die ägyptische Sonne wieder genießen können.