Über drei Wochen lang hat sich im Havelberger Modellsportzentrum an der Rathenower Straße kein Rad gedreht. Das Hochwasser der Havel überflutete nahezu das gesamte Gelände. Der Förderverein "Modellsportzentrum 2000" sah sich gezwungen, die gesamte Stromversorgung abzuschalten.

Havelberg. "Nur ein paar Zentimeter fehlten am Stand vom Sommerhochwasser 2002", hat Daniel Kluzikowski, Pressesprecher des Fördervereins "Modellsportzentrum 2000", festgestellt. Auch vor neun Jahren rückte das Wasser bedrohlich nahe ans Vereinsheim heran. Verschonte es aber glücklicherweise.

"Nach dem Jahrhunderthochwasser und einem weiteren im Jahr 2006, das unser Gelände ebenfalls arg in Mitleidenschaft gezogen hatte, konnten wir in diesem Jahr aus unseren Erfahrungen schöpfen, waren wir auf das angekündigte Hochwasser gut vorbereitet", berichtet Manfred Wolf, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins. Rechtzeitig brachten die Mitglieder technische Geräte und Ausrüstungen in Sicherheit und setzten den Wettkampfcontainer für den Off-Road-Club "Peter Mücke" sowie den Werkstattcontainer neben dem Vereinsheim um etwa einen Meter höher. "Was nicht niet- und nagelfest war, ist uns nach der Überflutung dann allerdings doch davongeschwommen. Darunter befand sich aber nichts, was einen großen Verlust für uns bedeutet hätte", erzählt er.

Ab dem 15. Januar ging auf dem Gelände nichts mehr. "Das Wasser stieg und stieg, und wir mussten zur Sicherheit die gesamte Stromversorgung abschalten. Damit verbunden war eine rund dreiwöchige Schließung des Vereinsheimes und damit die Einstellung der Jugendbetreuung im Gebäude. Denn ohne Strom können wir nicht heizen, und in eiskalten Räumen ist keine Jugendarbeit zumutbar", fügt Daniel Kluzikowski an. Und Manfred Wolf meint: "Wenn ich die Hochwasserentwicklung so sehe, werde ich den Eindruck nicht los, dass der Pegel der Havel absichtlich so hoch gehalten wird."

Nachdem sich die Lage entspannt und das Wasser etwas zurückgegangen war, konnte seit vergangenem Montag das Vereinshaus wieder ans Stromnetz genommen werden. So war hier zumindest die Ferienbetreuung für Kinder und Jugendliche abgesichert.

Den Wassermassen im Modellsportzentrum muss nun nachgeholfen werden, wieder dort zurückzufließen, wo sie hergekommen sind: in die Havel. "Mit freundlicher Unterstützung des Ordnungsamtes und der Feuerwehr der Stadt Havelberg haben wir am vergangenen Donnerstag zwei jeweils fast 200 Meter lange Schlauchstrecken zur Havel hin aufgebaut, durch die das Wasser von unserem Gelände in den Fluss zurückgepumpt wird", erklärt Manfred Wolf, wie das funktioniert. Die Technik dafür – Pumpe, Stromaggregat und Anhänger – haben er selbst und der Fördervereinsvorsitzende Thomas Wojtalla zur Verfügung gestellt. "An den ersten drei Tagen hat die Pumpe mit einer Leistung von 190 Kubikmetern Wasser in der Stunde wirklich ordentlich was geschafft. Das Wasser ist deutlich gesunken", freut sich Manfred Wolf. Wenn das Abpumpen weiter so gut voran gehe, "könnte das Wasser in drei vier Tagen vom Gelände verschwunden sein". "Und dann hoffen wir natürlich, dass der Boden bald abtrocknet und das Gras wieder wächst. Denn im März wollen wir hier unseren großen Frühjahrsputz starten", ist von Daniel Kluzikowski zu erfahren. Nach einem Hochwasser wie dem diesjährigen gäbe es dabei vor allem auch in den Außenanlagen eine Menge zu tun. Auch im Hinblick auf das große Osterfest der Stadt Havelberg, das natürlich auch in diesem Jahr wieder im Modellsportzentrum stattfinden soll.

Wenn es der Wasserstand zulässt, ist vielleicht sogar schon heute die Zuschaltung der Stromversorgung auf dem Gelände wieder möglich, wodurch dann das Stromaggregat, das in den letzten Tagen für einen jeweils rund zwölfstündigen Betrieb der Pumpe sorgte, eingespart werden könnte. "Vor allem sind es die Dieselkosten", so Manfred Wolf. Rund 30 Liter würden am Tag für das Aggregat drauf gehen.