Fünf Monate vor dem Start der 21. Wuster Sommerschule für englische Sprache, Literatur, Theater und Musik sind beide Kurse schon zur Hälfte belegt. Auch ein Großteil der Dozenten steht fest. Altbekannte sind dabei, aber auch einige neue Gesichter.

Wust. Zu denen, die im Sommer 2011 nicht mehr als aktive Mitgestalter nach Wust kommen, gehört das Ehepaar Kluge. Cora-Lee leitete viele Jahre mit Herz und Verstand die Dozenten an. Ihr Mann Ernst-Christian war als Zeltplatzwart nicht wegzudenken. In die großen Fußstapfen von Cora-Lee Kluge treten Diana Roberts und Jane Sokolosky. Aber für beide ist die Sommerschule kein Neuland. Diana hatte von 1991 bis 1994 in Wust unterrichtet, Jane war Anfang 2000 drei Jahre für die Sprachleitung verantwortlich. Beide kamen im vergangenen Jahr zur Jubiläums-Sommerschule nach Wust und mussten nicht lange gefragt werden, ob sie nun Verantwortung übernehmen wollen.

Diana Roberts hat schon die Zusage von einem Großteil der Dozenten, die in den beiden Kursen unterrichten werden. Es sind Studenten an renommierten Universitäten in England und den USA. 14 Ehemalige und Leah Smith als Neuling haben ihr Kommen bestätigt, bei weiteren Studenten wartet der Sommerschulleiter Reiner Möckelmann noch auf eine Zusage.

Wenn die endgültige Zahl der Dozenten und die restlichen noch freien Abend-Veranstaltungen feststehen, kann auch das Anmeldeformular abgerufen werden. Schon jetzt hat Sabine Schönfeld im Sommerschul-Büro viele Voranmeldungen. Bis gestern waren es für den ersten Durchgang vom 11. bis 22. Juli 72 Sommerschüler und für den zweiten Kurs vom 25. Juli bis 6. August auch schon 62. "Wer also teilnehmen möchte, sollte nicht mehr allzulange warten und sich per Internet oder auch Post voranmelden", erklärt Sabine Schönfeld. Denn im vergangenen Jahr musste Spätentschlossenen leider abgesagt werden, weil die Kurse voll waren. "Es bleibt unser Anliegen, den Unterricht in kleinen Klassen abzuhalten, weil der Lerneffekt einfach größer ist", erklärt Reiner Möckelmann.

Derzeit hat er damit zu tun, die Veranstaltungen für das vierwöchige Rahmenprogramm zusammenzustellen. So wird Schirmherr Prof. Bernhard Schlink wieder einen Vortrag halten, in Zusammenarbeit mit der Bismarck-Stiftung geht es um die Reichskanzler der Weimarer Republik, bekannte DDR-Schriftsteller werden aus ihren Büchern lesen und Landrat Jörg Hellmuth sorgt mit einem Vortrag über einen Schauspieler sicher wieder für einen vollen Kunstspeicher. Auch ein ansprechendes musikalisches Programm erwartet die Sommerschüler und andere Gäste. So wird der Texas-Tech-Chor auftreten, es gibt ein Pop-Konzert mit den "Few Ladies" und auch klassische Musik beispielsweise im Rahmen des MDR-Musiksommers. Für die Konzerte genutzt wird nicht nur der Speicher und die Wuster Kirche, sondern erstmals auch das Melkower Gotteshaus, das künftig verstärkt für solche kulturellen Veranstaltungen offensteht.

Wichtiger Bestandteil der Sommerschule ist das Theater. In den letzten drei Jahren führte Adam Woodis erfolgreich Regie. Diesen Part übernimmt 2011 Arthur Shettle. Auch er ist den Wustern bekannt, hat er doch in den Anfangsjahren schon etliche Stücke auf die Bühne gebracht. Auch er war zur 20. Sommerschule eingeladen und nahm das Angebot, wieder einmal als Regisseur zu fungieren, gern an. Das Stück steht schon fest: "Der Kirschgarten". Es ist eine tragische, gesellschaftskritische Komödie in vier Akten von Anton Tschechow. Sie wurde 1904 in Moskau uraufgeführt. Es war das letzte Stück des Schriftstellers, der ein halbes Jahr später an Tuberkulose starb.

Das Bühnenbild entwerfen und anfertigen wird die Stendalerin Marlis Knoblauch. Sie ist Kostüm- und Bühnenbildnerin und bot sich für das Sommerschultheater an.

Genau wie Cora-Lee Kluge ist auch ihr Mann Ernst-Christian nicht mehr dabei. Als Betreuer auf dem Sportplatz, wo die Teilnehmer ihre Zelte aufschlagen, sucht die Sommerschule zwei Sozialpädagogen, die nicht nur für Ordnung auf dem Platz sorgen, sondern auch Beschäftigung anbieten. Gespräche laufen außerdem mit Abiturienten, die als Praktikant die Arbeit im Büro unterstützen. Sabine Schönfeld hofft, dass auch wieder eine zusätzliche Kraft über die Arbeitsfördergesellschaft beschäftigt werden kann, um die vielfältigen Aufgaben im Büro zu meistern.

Zu den bewährten Kurs-Angeboten am Nachmittag wie Malen mit Gudrun Möckelmann, Töpfern mit Matthias Kage oder Gestalten mit Brigitte Habermann kommen neue Möglichkeiten der Freizeitbeschäftigung dazu. Denn Ziel der Organisatoren ist es, neben den recht jungen Teilnehmern auch wieder Ältere anzusprechen. So wird es beispielsweise Workshops "Creative Writing" und "Musicals" geben.

Wer die 21. Sommerschule nicht verpassen will, kann sich voranmelden unter

sommerschule-buero@freenet.de