Havelberg. Hunderte Schwäne sowie Enten und Blesshühner kann man zurzeit auf den Havelwiesen beobachten. In der vergangenen Woche waren die Singschwäne noch zwischen Havelberg und Sandau auf den überschwemmten Wiesen zu sehen. Diese sind jetzt aber zugefroren und den anmutigen Wassertieren fehlt "eine Handbreit Wasser unter dem Kiel".

Der Krach der Schwäne ist bis oberhalb der Pestalozzistraße zu hören. Die Tiere sammeln sich zum Abflug in den Norden. "Dort ist es aber vermutlich noch zu kalt. Die Singschwäne haben einen gewissen Instinkt dafür", erklärte Klaus Schlegelmilch von der Havelberger Infostelle des Biosphärenreservats "Mittelelbe" auf Volksstimme-Nachfrage.

Norden ist noch zu kalt

Er hat zum Wochenbeginn Schwäne gezählt und kam dabei auf weit über 200 Stück, die sich an der Havel aufhalten. "Die heimischen Schwäne überwintern in Mitteleuropa, ebenso an der Ostsee und auch an der Nordsee sowie weiter nach Süden. Die Brutgebiete des Singschwans liegen meist auf Höhe der sibirischen Taiga. In einem besonders harten Winter, wie wir ihn zurzeit haben, suchen die Schwäne möglichst offene Gewässer oder Felder mit Saat auf. Gleichzeitig sind die Schwäne im Winter bemüht, möglichst wenig zu fliegen, da das Fliegen sehr viel Energie verbraucht. Sie stellen ihre Aktivitäten in den Wintermonaten auf das Notwendigste ein und können durch den geringeren Energieverbrauch auch lange Zeit mit geringer Nahrungsaufnahme überleben", so der Naturschützer. Nach seiner Ansicht ist es den Schwänen bekannt, wann der Winter für die Vögel gefährlich werden kann.