Zu acht Einsätzen – so vielen wie lange nicht mehr – musste die Nitzower Ortswehr im Vorjahr ausrücken. Den Großteil davon hatte sie in Havelberg zu absolvieren, berichtete Wehrleiter Andreas Eckert am Freitag auf der Jahreshauptversammlung.

Nitzow. Die Nitzower Aktiven müssen als erste in die Domstadt, wenn Havelberg bei größeren Einsätzen Verstärkung nachfordert. So geschehen am 16. März beim Brand des Fitnessstudios in der Uferstraße. Oder am 15. Juni, als eine Garage in der Nähe des Havelberger Wehrdomizils in Flammen stand. Ebenso am 28. Juli, als in der Galgenschonung der Waldboden brannte. Nach Müggenbusch ging es zusammen mit Kameraden aus Havelberg, Jederitz und Sandau am 15. August, im Julianenhof hieß es nach einem heftigen Regenguss "Land unter". Havelberg war auch Ziel des Einsatzes am 3. November, als hinter der Shell-Tankstelle ein größeres Feuer gemeldet worden war – allerdings wurde hier kontrolliert Abfall verbrannt. Und am 11. November musste in der Stadt eine längere Ölspur beseitigt werden.

Die anderen beiden Einsätze waren ebenfalls auswärts: In Klein-Helgoland musste am 29. März ein Flächenbrand gelöscht werden und auf der Landstraße nach Dahlen wurde am 23. Dezember ein umgestürzter Baum gemeldet, der aber nicht gefunden wurde. Kurios am Einsatz in Klein-Helgoland: Das Feuer brannte auf einer allseits vom Wasser umgebenen Fläche.

Neben den Einsätzen spielten die Wehr und ihr Förderverein im Ortsleben eine wichtige Rolle. Zum Osterfeuer fanden Rundfahrten und Wettkämpfe mit der Kübelspritze statt. Erstmals durften die Nitzower dazu Baumschnitt zur Verfügung stellen, was gut klappte. Der Maibaum stand im Vorjahr erstmals vorm Gerätehaus, hier wurde er am 30. April aufgerichtet. Das Feuerwerk zum Strandfest wurde am 21. August abgesichert, am 2. Oktober war der Tag der offenen Tür mitsamt Oktoberfeuer. Beim Weihnachtsbasar sorgte die Wehr für die Wärmequelle und beteiligte sich mit an der Versorgung.

20 Ausbildungsabende fanden 2010 statt, mit sehr schwankender Beteiligung: Von den insgesamt 21 Aktiven waren zwischen sechs und 16 dabei. Insgesamt könne dies nicht befriedigen, kritisierte Andreas Eckert. Auch mit dem Ausbildungsstand ist er unzufrieden, in den kommenden Jahren fehlen zum Beispiel Gruppenführer und Maschinisten.

Ihrem Favoritenruf gerecht wurden die Männer aus Nitzow beim Löschangriff in Warnau, obwohl sie im ersten Lauf patzten. Doch beim zweiten Start lief alles wie gewohnt, mit 36,07 Sekunden holten sie Platz 1. Auch beim Kreisausscheid in Klietz gelang mit Platz 7 von 19 startenden Teams ein guter Platz.

Der Tag der offenen Tür hatte sich gelohnt, denn drei Kinder meldeten sich für die Jugendwehr an. Doch hat Nitzow derzeit keinen Jugendwart. Christian Schaper und Dave Hoffmann erklärten sich bereit, dies zu übernehmen.

"Ohne die Hilfe der Wehr wären keine Veranstaltungen im Ort möglich", betonte Ortsbürgermeister Fritz Olboeter. Er hofft auf die Hilfe der Aktiven beim Säubern des Ufers und beim Arbeitseinsatz an der Fähre. Andreas Eckert sagte zu, das Treibgut könnte man gleich fürs Osterfeuer nutzen.