"Dieses Haus, ELCH genannt, ist wirklich spitze. Und die ganze Betreuung rundherum ist es auch. Wir werden auf jeden Fall noch ein zweites Mal zu einem Trainingslager nach Havelberg kommen", sagt Mario Lüdemann, Trainer der B-Junioren-Fußballmannschaft des FC Bentwisch. Er spielt mit seiner Truppe in der Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern.

Havelberg. Ihre Heimat ist in fast allen Fällen die Hansestadt Rostock. "In Havelberg haben wir uns aber genauso wohl gefühlt", versichert Max Körting, Kapitän der jungen Fußballtruppe. Nach dem "100-Jahre-Fußball-Cup" (die Volksstimme berichte darüber) waren die Kicker von der Ostseeküste nicht gleich wieder nach Hause gefahren, sondern noch zu einem Trainingslager in der Stadt geblieben. Im Erlebnispädagogischen Centrum (ELCH) hatten sie Quartier bezogen.

Leider spielte das Wetter nicht ganz so mit, wie sie es sich für die Trainingseinheiten im Freien wünschten. Der Dauerfrost machte den Boden auf den Fußballplätzen knochenhart und somit unbespielbar. Viele Übungen absolvierten die Jungs deshalb auf der 400-Meter-Bahn im Sportforum. Fürs Kraft- und Ausdauertraining entdeckte Mario Lüdemann die Domtreppen. "Die sind fürs Laufen richtig geil", hat Denis Schröpfer (16) festgestellt. An der Sportschule in Rostock und ihrer Umgebung würde es solche schönen Treppen nicht geben, bedauert er.

Die Sporthallennutzung in Havelberg als Ausweich erwies sich für die Bentwischer als äußerst schwierig - denn die Sporthalle "Am Eichenwald" ist in der Schulzeit vom Morgen bis zum Abend total ausgebucht. Um so glücklicher waren sie, dass ihnen die Stadt Sandau ganz kurzfristig ihre Sporthalle für zwei Trainingsstunden zur Verfügung stellte. "Für diese Unterstützung sind wir wirklich sehr dankbar. Meine Jungs haben sich riesig darüber gefreut, dass das so unproblematisch möglich gemacht wurde", berichtet Mario Lüdermann. Vor allem staunten die 15- und 16-Jährigen aber über die Sporthallen selbst. "Ob in Havelberg oder in Sandau - beide Hallen sind wirklich top", lobt Erik Liebscher. "Viel besser als in Rostock", macht er deutlich.

Aber nicht nur für ihren Lieblingssport hatten die Jugendlichen vom FC Bentwisch in Havelberg etwas übrig. "Wenn ich mir die Stadt so anschaue, kann ich schon ins Schwärmen geraten", erklärt Max Körting. Der 16-Jährige aus Rostock findet die "Lage der Stadt, mit der von der Havel umschlossenen Stadtinsel, interessant. Und auch der Blick aus den Zimmern des ELCH auf die Havellandschaft und die Altstadt ist richtig cool", erzählt er. Erik Liebscher stimmt ihm zu: "Ich blicke abends auch gern auf den angestrahlten Dom", fügt der 15-Jährige an.

Und: "Von einer solchen Unterkunft hätten wir nicht zu Träumen gewagt", sagt der Mannschaftskapitän "im Namen des ganzen Teams. So ein tolles Haus hatten wir noch zu keinem unserer Trainingslager. Die Mitarbeiter sind richtig lieb, die Versorgung ist prima, und an Freizeitangeboten mangelt es auch nicht. Auf einen kurzen Nenner gebracht: Es ist richtig gemütlich hier."

Schon deshalb wünschen sich die Jungs, auch zu ihrem nächsten Trainingslager nach Havelberg zu kommen. Jetzt allerdings rüsten sie sich erst einmal für die Rückrunde in der Verbandsliga. "In der Hinrunde haben wir leider eine Menge verbockt, das wollen wir nun unbedingt ausbügeln, um am Ende noch unter die ersten Fünf zu kommen", nennt Max Körting das sportliche Ziel für die Saison 2010/2011.

Die Angebote des Hauses haben auch die Fußballer der SG Rathenow/Premnitz, ebenfalls Teilnehmer am "100-Jahre-Fußball-Cup" in Havelberg, überrascht, als sie sich, das Rahmenprogramm des Fußballturniers nutzend, im ELCH umschauten. Da die Domstadt zudem auch gute Bedingungen für die sportliche Betätigung bietet - nicht zuletzt auch aufgrund der Unterstützung durch den FSV Havelberg - möchten sie hier ebenfalls zu einem Trainingslager aufschlagen. "Die Buchungsbestätigung liegt bereits vor", informiert der für das Havelberger ELCH Verantwortliche, Andreas Stahl. "Im Juli möchten die A-Junioren der SG Rathenow/Premnitz sich in der Domstadt eine Woche lang auf die Fußballsaison 2011/2012 vorbereiten."

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