Zu einer Welt der Clowns und Akrobaten öffnete sich am Sonnabend der Vorhang in der Schollener Karnevalsmanege. "Zirkus im Schollener Flecken - Manege frei ihr Jecken" heißt es auch an den kommenden zwei Sonnabenden, wenn die Karnevalisten die Puppen tanzen lassen.

Schollene. In Frack und Zylinder begrüßten die beiden Zirkusdirektoren Sabine Fringel und der neue Präsident Olaf Brunow das närrische Publikum. Das bekam gleich erst einmal Gänsehaut, als Isabell Meyer mit dem Lied "Manege, Manege" vom Leben der Zirkusleute sang. Elf wilde Tiger nahmen auf den Plätzen des Elferrates Platz und ließen sich von der Prinzengarde auf einen schönen Faschingsabend einstimmen.

Die Gardemädchen standen Spalier, als das Prinzenpaar Hendrik I. (Probst) und Kerstin I. (Seibt) hochherrschaftlich mit "Schollene Ahoi!" begrüßt wurde.

Zwei Akteure, die während des gut zweistündigen Programms immer wieder auftauchten, betraten die Manege: die Clowns "Matta" Astrid Brunow und "Lissi" Steffi Sobotzik. Bestechend waren sowohl ihre Kostüme als auch der Spaß, den sie auf der Bühne hatten.

Aus dem Schollener Karnevalsprogramm nicht wegzudenken sind Hertha und Melitta (Anke und Torsten Heidepriem). Hertha kam dieses Mal als Zauberin hereinspaziert und plauderte mit Melitta über das tagtägliche Leben - kaum einer ihrer Witze war jugendfrei! Vor der ersten Tanzrunde jagten die Clowns den Eisbär durch den Saal und warfen als Fakire die Messer auf den zitternden Meister Petz.

Die Village Boys, nach elf Jahren wieder als Faschingsband in Schollene auf der Bühne stehend, machten ordentlich Stimmung und lockten alle Partygäste auf die Tanzfläche. So konnten die Zirkusdirektoren schauen, wer das originellste Kostüm trägt. Platz 3 ging an den Zirkusdirektor Richard Ziemann, das zweitoriginellste Kostüm "Avatar" trug ein junger Mann aus Nennhausen. Zum Motto des Abends passte Clown Colette Sonnenberg, die die Kostümprämierung gewann, einen Orden bekam und sich wie die beiden anderen über eine Flasche Sekt freute.

Steife Marionetten kamen dann in den Saal. Als Clown Matta die Puppen mit dem großen Schlüssel aufgezogen hatte, tanzten sie leichtfüßig durch den Saal. Sie mussten genauso eine Zugabe geben wie die erste Gruppe des Abends: Im Hula-Kostüm tanzten die jungen Frauen der Gruppe von Yvonne Fringel zu "Waka Waka". Auch Gaukler gehören zum Schollener Zirkusprogramm. Zu mittelalterlicher Musik ließ die Damengruppe zuerst die Instrumente und dann die Hüften kreisen und erhielt vom Publikum anhaltenden Applaus. Mit dem Heißluftballon schwebten die Clowns noch einmal durch die Manege und machten dann den Platz frei für die letzte Damen-gruppe, die jonglierend erschien. Die Zirkusdirektorinnen tanzten als "Stars der Manege" zu einem Musikmix.

Gekrönt wurde das Programm zum Abschluss mit dem Männerballett. Zirkusdirektor Marek Probst trieb wilde Säulen in den Saal, aus denen dann Barbie\'s und Ken\'s wurden und das Publikum mit viel nackter Haut erfreuten.

Die Faschingsgäste hielt es nach so einem abwechslungsreichen Programm kaum noch auf den Plätzen. Bravo-Rufe gab es, als sich alle rund 60 Akteuere beim Finale zum Straßentanz "Glow" bewegten. Der Tanzabend wurde mit "Santa Schollene" eingeläutet und die Band machte bis weit nach Mitternacht perfekte Partymusik.