Mit intensiver Werbung will der Wuster Dorfverein "Aus dem Dorf - für das Dorf" die Besucherzahlen ihres Muuuhseums in diesem Jahr wieder steigern. Denn im vergangenen Jahr gab es einen deutlichen Rückgang an Gästen. Auch einige geplante Feste sind ausgefallen.

Wust. Nur 520 Besucher schauten sich im vergangenen Jahr die originellen Ausstellungsstücke rund um die Kuh auf einer Etage des Wuster Sommerschul-Kunstspeichers an. "Das sind über die Hälfte weniger als 2009", berichtete der Vereinsvorsitzende Gerhard Faller-Walzer am Montagabend auf der Jahresversammlung in der Melkower Gaststätte. Zwar liege der Rückgang im bundesweiten Trend, aber dieses Jahr soll sich das wieder ändern. Und zwar mit besserer Werbung zum einen mit eigener Website im Internet und zum anderen mit Flyern, die in noch mehr touristischen Einrichtungen der Region verteilt werden. "Und wenn der Radweg von Fischbeck aus erst einmal fertig ist, kommen vielleicht auch ein paar mehr Radwanderer bei uns vorbei", hofft der Vereinsvorsitzende. Zwar seien weniger Besucher gekommen, dafür aber auch ein paar Prominente. So erfreuten sich Landwirtschaftsminister Herrmann Onko Aeikens und der Landtagsabgeordnete Nico Schulz an der Ausstellung. Die wurde auch gelobt von den Leader-Vorständen des Landes, die hier getagt hatten.

Einen Euro Eintritt von den Besuchern zu verlangen, hätte sich gut auf die Finanzsituation des Vereins ausgewirkt. "Die Gäste haben diesen Euro bereitwillig gegeben und meist noch etwas in den Spendentopf gesteckt. Auch mit dem Shop hatten wir über 100 Euro Einnahmen."

Am Sonntag, dem 17. April, soll die neue, inzwischen vierte Saison des Muuuhseums eröffnet werden. Ab 14 Uhr steht die Ausstellung offen und es gibt verschiedene Angebote. So wird der Wuster Jugendklub wieder Bastelsachen für die Jüngeren anbieten und es gibt Schlemmereien aus Milchprodukten. Erweitert wird die Schau um die Ausstellung "Mensch macht Milch" des Bundes Deutscher Milchviehhalter, die bis Ende April auf mehreren Schautafeln über die EU-Agrarpolitik zum Thema Milch informiert. Damit angesprochen werden sollen auch Grundschulen, die herzlich zu einem Besuch eingeladen sind.

Regulär geöffnet wird das Museums freitags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr und auf Absprache auch zu anderen Zeiten. Wer sich allerdings um die Besucher kümmert, ist noch fraglich. Im vergangenen Jahr hatte das eine Ein-Euro-Jobberin getan. Noch gibt es allerdings keine hundertprozentige Zusage, dass auch dieses Jahr wieder eine Maßnahme über den zweiten Arbeitsmarkt genehmigt wird. "Ich hoffe sehr, dass es klappt. Denn allein mit Vereinsmitgliedern können wir die regelmäßige Öffnung nicht absichern", so Gerhard Faller-Walzer.

Das im vergangenen Jahr ausgefallene Kürbisfest soll im Herbst wieder stattfinden, und zwar zusammen mit dem Wuster Oktoberfest. Und der Dorfverein möchte gern auch den Vorgarten-Wettbewerb wiederbeleben. Nicht nur Vorgärten in Wust und Umgebung sollen dreimal von einer Jury begutachtet werden, sondern auch die in Wust und Fischbeck. Wer mitmachen möchte, kann sich gern bei Rolf Ihlau in Melkow melden. Preise für die gepflegtesten Vorgärten stehen schon bereit.

Zusammen mit der Sommerschule bereitet der Dorfverein eine Fotoausstellung für die Englischwochen vor. Ab 17. Juli sind im Speicher Fotos unter dem Motto "Unterwegs mit Elsbeth Sturzel" zu sehen. Die Wusterin ist 2009 im Alter von 99 Jahren gestorben. Sie selbst hatte originelle Fots gemacht und ihr Vater hatte Elsbeth auch gern als Fotomotiv, so dass zum einen Fotos der unkonventionellen Frau und zum anderen von Wust in früheren Jahren zu sehen sein werden.

Aus zeitlichen Gründen vorübergehend auf Eis gelegt hat der Dorfverein die Hausaufgabenbetreuung im Jugendklub. Dass die Mädchen schon danach gefragt hatten, berichtete Vereinsmitglied und Jugendklub-Betreuerin Brigitte Haberland auf der Versammlung. Vielleicht finde man jemanden, der den Schülern wieder behilflich sein kann, auch Abiturienten könnten sich um die Nachhilfe kümmern.

Um all die Aufgaben zu meistern, sind neue Mitglieder im Dorfverein jederzeit gern gesehen. Wer mitmachen will, wendet sich gern an Gerhard Faller-Walzer.