#NULL#Havelberg (as). Der im Internet veröffentlichte Krankenhausplan des sachsen-anhaltischen Sozialministeriums hat in dieser Woche für Verwirrung gesorgt und Ängste um die Existenz des Krankenhauses geschürt. Statt 80 Betten stehen dort nur noch 60 drin - das wäre eine Katastrophe für Havelberg. "Ein kleines Krankenhaus mit 80 Betten wirtschaftlich zu führen, ist eine Kunst, mit 60 Betten nicht machbar", hatte Claudia Kern, Verwaltungsdirektorin des Havelberger KMG-Klinikums, im Gespräch mit der Volksstimme gesagt. Eine solche Bettenreduzierung hätte eine 95- bis 100-prozentige Auslastung der Kapazität zur Folge.

Am Donnerstag besuchte Staatssekretärin Beate Bröcker (SPD) die Einrichtung. Das Krankenhaus sei ein wichtiger Anker in der Region und nicht gefährdet, sagte sie im Anschluss gegenüber der Volksstimme. Die Zahl im Krankenhausplan sei ein redaktioneller Fehler, "wir gucken, wie wir das korrigieren". Die Bettenanzahl spiele im Übrigen bei den Finanzzuweisungen keine Rolle mehr.

Auf die Änderung dringen will Ralf Bergmann, auch wenn die Zahl nicht relevant sein. Er hofft, ebenso wie Bürgermeister Bernd Poloski, dass das Sozialministerium seine Zustimmung zum Förderantrag der KMG für den Umbau des Hauses gibt. Wann eine solche Entscheidung fällt, könne sie noch nicht sagen, so Beate Bröcker. Dafür sei ein einvernehmlicher Beschluss aller Beteiligten wie Krankenhausgesellschaft und Krankenkassen erforderlich.

Wie berichtet, will das Krankenhaus umbauen, um die Patientenzimmer mit Sanitärzellen auszustatten und somit auf einen modernen Stand zu bringen. Die Aussage der Staatssekretärin, dass das Krankenhaus nicht gefährdet ist, sei für ihn eine positive Aussicht mit Blick auf die Fördergelder, so Ralf Bergmann. "Wo nicht investiert wird, gibt es keine Zukunft. Wenn das Krankenhaus eine Zukunft hat, muss investiert werden. Und das möglichst schnell, damit es zur Bundesgartenschau 2015 fertig ist."

Die Staatssekretärin schaute sich im Anschluss am Camps die neue Anlage für betreutes Wohnen für Senioren an und informierte sich über die Pläne für das Pflegeheim mit Demenzbereich, das das Blindenförderungswerk, mit neuem Namen "Lewida", dort baut. Wichtig seien gerade im Bereich für Demenzkranke, dass Tages- und Kurzzeitpflegeplätze angeboten werden, so Beate Bröcker.