Wie vielfältig die Aktivitäten sind, die der Havelberger Heimatverein in den vergangenen zwei Jahren entwickelte, darüber informierte dessen Vorsitzender Thomas Krispin auf der Versammlung am Sonnabend im Rathaussaal. Der Elan soll auch künftig nicht nachlassen.

Havelberg. Zwei eng beschriebene Seiten hatte Thomas Krispin beim Bericht zu verlesen. 2009 feierte zum Beispiel die Singegruppe, die von Magarete Bartels geleitet wird, ihr 10-jähriges Jubiläum. Eine CD mit Liedern der Sängerinnen wurde in einer Havelberger Schülerfirma produziert, sie ist fester Bestandteil der Plattdeutschtreffs und beim Domfest.

Wie rege die Arbeitsgruppe "Stadtgrün" sich mit dem Stadtbild befasste, konnte man auch anhand eines dicken Ordners mit zahlreichen Vorschlägen für ein farbenfroheres Havelberg sehen. Enthalten sind darin auch diverse Ideen für die Buga 2015, die bislang leider kaum Beachtung fanden. AG-Leiter Dr. Hans-Jürgen Nisch ist als berufener Bürger im städtischen Umweltausschuss tätig, Vereinsmitglied Helmut Knopf zudem im Bauausschuss.

Lothar Plath, ehemaliger Havelberger und inzwischen verstorben, hatte seine Kindheitserinnerungen an die Stadt in Buchform herausgegeben: "Wir Kinder der Havelstraße" heißt es.

Leider ruhe seit 2006 die Herausgabe weiterer Heimathefte. Dafür gab es drei Vorträge mit einem Blick in die Geschichte, unter anderem von Museologin Antje Reichel zum jüdischen Leben in Havelberg sowie zum Bruch des Elbdeiches 1909.

Jahresexkursionen führten zur Buga nach Schwerin sowie zum Brandenburger Dom.

Rege besucht waren immer die von Erika Rittner organisierten Plattdeutschtreffs. Der Verein unterstützt die Nachwuchsarbeit hier auch finanziell. Geld gab der Verein auch für das Denkmal für die Veteranen der Befreiungskriege auf dem Stadtfriedhof sowie für das Bischofsdenkmal in Wöplitz.

Neuestes Kind ist die AG "Kulturprojekt Stadtinsel", der Verein übernahm die Trägerschaft über das von Kulturberater Reinhart Richter initiierte Projekt.

"Mit großem Entsetzen haben wir erleben müssen, wie verantwortungslos und geschichtsvergessen der Landesverband für Innere Mission mit dem stadtbildprägenden Gebäude in der Semmelweisstraße umgeht", nahm der Referent Bezug aufs aktuelle Geschehen. Der Vorstand konnte nur noch seine große Enttäuschung über den Abriss zum Ausdruck bringen. Dass es auch anders geht, beweise die Domkurie, welche durch bürgerliches Engagement erhalten wurde.

Wie schwierig diese Materie sei, darüber informierte Bürgermeister Bernd Poloski die Heimatfreunde. Hier gebe es zwei Seiten - die ethisch-moralische und die rechtliche. Eine Kommune sei für die Denkmalpflege nicht zuständig. Die Denkmalpflege, die den Abriss hätte verhindern können, habe sich bislang dazu nicht geäußert. Ihm sei unklar, warum dieses Gebäude kein Einzeldenkmal war. Doch sei die Stadt über den Status gar nicht informiert, manchmal nicht mal der Hausbesitzer.

Die Innere Mission könne nur auf der zur Verfügung stehenden Fläche wirtschaften, so der Bürgermeister, darum musste das Haus für den geplanten Neubau weichen. Eine bessere Kommunikation mit dem Denkmalschutz sei eine Lehre aus dieser Aktion.

Ein weiterer Punkt der Sitzung war die Vorstandswahl. Nach dem Kassenbericht von Erika Rittner und der Entlastung wurde der alte Vorstand einstimmig im Amt bestätigt: Erika Rittner, Karla Martins, Renate Thiemann, Thomas Kripin und Dr. Hans-Jürgen Nisch. Als Revisorinnen wurden Edith Stein und Berta Nehring im Amt bestätigt.

Viel vorgenommen hat sich der Verein für die nächste Zeit, worüber demnächst ausführlich berichtet wird.