Hohengöhrener Damm (sl). Einwohner vom Hohengöhrener Damm äußerten auf der Ratssitzung am Dienstagabend in Schönhausen ihre Bedenken wegen des geplanten Baus einer Biogasanlage in ihrem Dorf. Der ortsansässige Landwirt plant die Errichtung einer 160-KW-Anlage unmittelbar neben der Stallanlage.

Gegen den Bau der Anlage an diesem Standort sprachen sich auf einer Unterschriftenliste 29 Bürger aus.

Sie befürchten eine Belästigung durch Lärm, Geruch und ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Schon jetzt würden die im Sommer 2010 errichteten zwei großen Silomieten neben den Stallanlagen eine erhöhte Geruchsbelästigung darstellen. Außerdem "führt der Transport von Biomasse zur Anlage und die Abholung der festen und flüssigen Gärreste zu einer erheblichen Lärmbelästigung. Hinzu kommt die Verkehrsbelästigung durch den zusätzlichen Transport von Mais in der Haupterntezeit für die ,Fütterung\' der Biogasanlage (Silage). Ein weiterer negativer Aspekt ist die tägliche Bestückung der Anlage und der Dauerlärm durch die Motoren der Biogasanlage. Dieser ist besonders kritisch zu sehen, da die Anlage 24 Stunden jeden Tag in Betrieb sein soll", heißt es in einem Schreiben an das Bauordnungsamt des Landkreises, das auch der Volksstimme vorliegt. Nicht einmal 100 Meter sind die am dichtesten liegenden Häuser entfernt, weshalb die Anlieger um den Wertverlust ihrer Häuser fürchten. "Wir wollen uns den Belastungen und Gefahren, die von dieser Industrieanlage ausgehen, nicht aussetzen." Das Bauordnungsamt wird "bei einer Genehmigung um Berücksichtigung entsprechender Ersatzpflanzung um die Anlage herum, damit nicht noch mehr das Ortseingangsbild geschädigt wird", gebeten.

Weil die Bewohner auf der Ratssitzung den Wunsch äußerten, als Anlieger auch in das Genehmigungsverfahren einbezogen zu werden, schlug Ratsmitglied Jürgen Mund vor, dass es noch einmal eine Info-Veranstaltung geben sollte, an der neben dem Landwirt auch der Planer und ein Vertreter vom Umweltamt teilnehmen. Bürgermeister Alfons Dobkowicz will die Organisation übernehmen.

Der Gemeinderat hatte dem Bauantrag auf der Sitzung im Februar unter der Bedingung zugestimmt, dass der Investor die Anlieger informiert. Das ist in der vergangenen Woche erfolgt. Diese Informationen reichen den Bürgern, die sich an der Unterschriftensammlung beteiligten, noch nicht aus, weshalb sie den Vorschlag des Rates positiv aufnahmen und um eine baldige Realisierung baten.