Havelberg (as). Zugunsten der Sero-Scheune würde er auf 50 Zentimeter mehr Grundstück verzichten, den er bräuchte und von der Stadt gern kaufen würde, um mit seinem Auto aufs Grundstück zu gelangen, sagte Wolfgang Preßl am Dienstag in der "D 8" zum Thema Abriss der Scheune und Plänen des Vereins "denkMal und Leben". Als Anlieger befürchte er noch mehr Lärm durch die Nutzung der Außenflächen der Kegelbahn, wenn die Scheune wegkäme. Das Gebäude abzureißen, um noch mehr Parkplätze zu schaffen, sei überhaupt nicht nötig. "Wir haben hier oben genug Parkplätze." Er machte zudem darauf aufmerksam, dass die Scheune "wahrscheinlich eine der letzten Aufenthaltsorte für Fledermäuse in der Stadt ist".

Anwohner befürchten zudem, dass, solange die Stadt die Flächen noch nicht gestaltet hat, die Scheune aber nicht mehr steht, ein Areal entsteht, wo wild geparkt wird und Müll herum liegt.

Mit dem Schopenhauer-Zitat "Meist belehrt uns der Verlust erst über den Wert der Dinge", begann Waldtraut Henschel ihr Plädoyer für den Erhalt der Scheune und somit des Ensembles. Die vom Denkmal-Verein geplante Anlage wäre auch ein Gewinn für Patienten des Krankenhauses, die zur Genesung dort spazieren gehen könnten, so die Havelbergerin. Der Bereich am Dom habe ideellen Wert, man dürfe nicht alles nach seinem wirtschaftlichen Nutzen bewerten. Sie erinnerte an ihren Mann, den bekannten Maler Kurt Henschel, der viele Jahre im Denkmalschutz ehrenamtlich wirkte. So, wie darauf geachtet wurde, dass die Stadtinsel ihre roten Dächer behält, sollte im Dombereich der Backstein dominieren - vor allem auch in Erinnerung an die vielen Ziegeleien, die Havelberg einst hatte.