25 Jahre und noch immer durchgeknallt: Dieses Jubiläums-Motto färbte auch auf viele Programmpunkte der Prunksitzungen des Kamernschen Karnevalsklubs KKK ab. Am Sonnabend hatte die dritte und letzte im Gemeindesaal stattgefunden.

Kamern. Vor allem das Männerballett musste Schwerstarbeit leisten: Immerhin neun Tänze waren für ihr Rückblicks-Medley zu erlernen, neue Kostüme mussten über die verschwitzten Körper gestreift werden. Es ging dabei rund um die Welt: drei weiße Tauben in Prag, in Moskau das Schwanensee-Ballett, der flotte Can-Can in Paris, der Holzschuhtanz in Holland oder in New York die heißen Playboy-Häschen. Natürlich durften dabei auch die berühmten "Glocken von Rom" nicht fehlen, die immer wieder zum Lachen animieren.

KKK-Präsident und Gründungsmitglied Werner Bioletti - "damals wie heute ein junger Spund" - hielt einen kurzen Rückblick in Reimen. "Kinder wie die Zeit vergeht" lautete der Refrain. Der Anfang war nicht leicht, argwöhnisch beobachteten Partei und Staatssicherheit die KKK-Gründung. Seit Anbeginn dabei waren die Funken, 15 Prinzenpaare gab es im Laufe der 25 Jahre. Ab 1987 kam das Männerballett hinzu. Die ersten Eintrittskarten kosteten 3,10 Mark. Auch Kurioses geschah: Einmal fielen Dietrich Staats und er von der Leiter, ein anderes Mal wurde jemand versehentlich echt an die Heizung gekettet.

Wie bei Jubiläen üblich, gab es auch Gratulanten: Die örtlichen Rassekaninchenzüchter überreichten ein Präsent, auch der Karnevalsverein aus Grieben. Erhard Michael und Jürgen Brandt überbrachten die Grüße der Feuerwehr und einen Gurt - mit dem könne man sich gut abseilen, man kann ihn auch enger schnallen.

Ein etwas anderes Tanzmariechen, das vielleicht nur Kamern aufweisen kann, trat danach in die Bütt: René Strawinski aus Sandau. "Der Verein brauchte \'ne scharfe Nummer im Programm", begründete er sein Erscheinen.

Viel Beifall erhielt Michelle Gortat im Anschluss für ihre Darbietung des Hits "Elektrisches Gefühl" der Gruppe Juli. Kamern habe also auch noch andere Talente als den DSDS-Fernsehstar Anna Carina Woitschak, so der Moderator in der Ankündigung.

Seit Anbeginn beim KKK dabei ist auch Urgestein Horst Krull. Ab dem Jahr 2000 absolvierte er seine Sketche zusammen mit Dagmar Leginski. In diesem Jahr schlüpfte er in die Rolle eines Kartoffelzüchters, der Besuch von einer Doktorin der Agrarwissenschaften erhält. Diese staunte über die vielen bunten Blumen auf seinem Acker - die Blüten der Kartoffeln. Er konnte sogar Pommes ernten, wozu eine Scheibenegge über den Acker kreuzte. Es war zugleich der letzte Auftritt des Seniors.

Nach langer Pause gab es auch ein Wiedersehen mit dem ersten Präsidenten des KKK, Meinhard Albrecht. Mit seiner Familie präsentierte er einen afrikanischen Tanz, natürlich entsprechend kostümiert.

Musik aus dem Hamburger Musical "Sisters in Act" erklang im Anschluss, die Tanzfrauen traten als Nonnen verkleidet aufs Parkett. Danach wurde es kriminell, denn die Olsenbande trieb ihr Unwesen - schließlich hatte Kripo-Albrecht gerade Urlaub.

Neues aus Kamern berichtete Sandra Bioletti. So wurde der Bürgermeister zur bestgekleidetsten Person in der Verbandsgemeinde gekürt. Ab 17 Uhr könne jeder seinen Müll am Campingplatz abladen, dann sei es im Ort dunkel. Und jede Familie könne eine Straßenlampe adoptieren.

Für Augenschmaus und regen Beifall sorgte natürlich neben den Tanzfrauen auch wieder die KKK-Garde. Vor allem die Frauen brillierten wieder mit rasanten und ausgefeilten Choreografien.

   

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