Havelberg. Mit einem zweiten Platz ist die Förderschule "Am Lindenweg" am vergangenen Donnerstag bei der Auswertung des landesweiten Wettbewerbs der Volks- und Raiffeisenbanken "Fair bringt mehr" in Magdeburg ausgezeichnet worden (die Volksstimme berichtete bereits kurz). Inhaltlich ging es dabei um Teamgeist und gegenseitigen Respekt für ein friedliches Miteinander. In der Kategorie der 5. bis 10. Klassen hatte sich die Havelberger Förderschule mit ihrem Projekt "Rollitanz - Ich kann\'s" beworben. Die Rolligruppe besteht seit zwei Jahren. Geistig behinderte Schüler lernen den Umgang mit körperlich Behinderten untereinander kennen und bauen Beziehungen zueinander auf. Auf verschiedenen Festen zeigte die Rolligruppe bereits mehrfach ihr Können.

Als Preis hat die Förderschule eine Klassenfahrt für eine halbe Woche in die Landessportschule Schierke im Harz erhalten (Wert: 2500 Euro), allerdings möchte sich die Schule aufgrund des Behinderungsgrades einiger Kinder lieber ein anderes Ziel als in die Berge aussuchen. "Derzeit überlegen wir zusammen mit den Schülern, wo es hingehen soll", so Lehrerin Katrin Wulfänger, die mit ihrer Oberstufe/Werkstufe an "Fair bringt mehr" teilgenommen hatte. "Auf den Wettbewerb aufmerksam geworden bin ich übrigens durch einen Artikel in der Volksstimme", berichtete sie. "Ich fand, dass das Thema sehr gut zu unserer Einrichtung passte." Mit der Rolligruppe wurde eine DVD aufgenommen und zusammen mit der Bewerbung bei der Volksbank Rathenow eingereicht. Dass am Ende ein zweiter Platz dabei herausspringen könnte, hätte Katrin Wulfänger nie gedacht. "Um so größer ist nun natürlich die Freude. Einen so großen Gewinn hatten wir noch nie."

Er gewinnt noch an Wert, wenn man einen Blick auf die Teilnehmerliste wirft. Denn auch im vierten Jahr des Wettbewerbs war die Resonanz überwältigend: Mehr als 7200 Kinder und Jugendliche aus Sachsen-Anhalt beteiligten sich an diesem und so kamen über 120 überzeugende Ideen bei der Aktion der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Sachsen-Anhalt zusammen.

Helmut H. Seibert, Vertreter der Volksbanken Raiffeisenbanken in Sachsen-Anhalt, und die weiteren Laudatoren waren voll des Lobes für die Teilnehmer: "Wir haben mit einer solchen Rekordbeteiligung nicht rechnen können, da wir bereits im Vorjahr eine sehr hohe Beteiligung hatten. Wir freuen uns, dass sich der Wettbewerb in den Kindergärten und Schulen so etabliert hat und sich die Einrichtungen in Sachsen-Anhalt mit so viel Engagement und Liebe zum Detail für Fairness und einen respektvollen Umgang miteinander einsetzen."

Die insgesamt 15 besten Projekte des Wettbewerbs in fünf Kategorien sind im Februar von einer Prominenten-Jury ausgewählt und am vergangenen Donnerstag in der Landeshauptstadt ausgezeichnet worden. Insgesamt wurden an die stolzen Sieger Preise im Gesamtwert von 25 000 Euro übergeben.