Havelberg (as). Mit fünf guten Gründen, die für die Notwendigkeit des Havelberger Krankenhauses sprechen, hat Bürgermeister Bernd Poloski bei Sozial- und Gesundheitsminister Norbert Bischoff (SPD) für den Erhalt des Hauses geworben. Dieser weilte gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Ralf Bergmann (SPD) am Montag in Havelberg.

"Ich habe in unserem Gespräch die besondere Bedeutung des Krankenhauses hervorgehoben. Das betrifft die demographische Entwicklung, wo in der Zukunft die ambulante und stationäre Versorgung aufgrund dessen, dass sich die Altersstruktur gravierend verändert, einen höheren Stellenwert einnehmen wird", so Bernd Poloski.

Für die Finanzierung muss eine vernünftige Lösung gefunden werden

Vor dem Hintergrund, dass es kurzfristig keine Veränderungen in der Verkehrsanbindung Havelbergs und damit kürzere Wege zu anderen Krankenhäusern geben wird, sei die Einrichtung ebenfalls wichtig für die Hansestadt und die Umgebung.

Als dritten Punkt nannte der Bürgermeister die besondere Bedeutung des Krankenhauses für die Bereitschaft junger Ärzte, sich im ländlichen Raum niederzulassen. Viertens berichtete er von der Tatsache, dass Notfallbehandlung und Rettungsdienst im Bereich Havelberg nur in Verbindung mit den Ärzten des Klinikums zu lösen sind.

Ganz aktuell auch der fünfte Grund: Bei der Bewertung der Standorte der Bundeswehr, die erhalten werden sollen, spielt ein Krankenhaus eine große Rolle. In Havelberg geht es immerhin um rund 1400 Soldatinnen und Soldaten. "Die Zusammenarbeit zwischen dem Sanitätszentrum und dem Krankenhaus hat sich bewährt."

An dem Erhalt des Krankenhauses bestehe keinerlei Zweifel. Das Problem sei die Finanzierung des Umbaus, wofür die KMG Fördergelder beantragt hat. Der Bürgermeister hofft auf eine Lösung, finanzielle Unterstützung vom Land zu erhalten. Darüber will er am Freitag auch mit Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) sprechen.

"Wichtig ist die Feststellung, dass niemand an der Existenz des Krankenhauses rüttelt, es wird Bestand haben", so Ralf Bergmann. Das sei auch ein wichtiges Signal in Richtung Berlin bei der Bewertung der Bundeswehrstandorte. Dass der Umbau des Krankenhauses erforderlich ist, um es zeitgemäß auszustatten - unter anderem sollen die Patientenzimmer Sanitärzellen erhalten -, sei ebenfalls klar. Für die Finanzierung eine vernünftige Lösung zu finden, damit die Arbeiten im Dombereich vor der Bundesgartenschau 2015 abgeschlossen werden können, werde noch "enorm viel Kraft kosten".