Mit Beginn des Vorjahres ist die Gemeinde Kamern um Wulkau und Schönfeld gewachsen, zudem wurde sie Mitglied der neu gebildeten Verbandsgemeinde. Wie 2010 verlief und was die Einwohner dieses Jahr erwartet, darüber sprach Ingo Freihorst mit Bürgermeister Klaus Beck.

Volksstimme: Die Gebietsreform brachte mit der Verbandsgemeinde und den Eingemeindungen einige Änderungen mit sich. Wie verlief der Prozess?

Klaus Beck: Mit der Eingemeindung wurde auch ein neuer Gemeinderat gewählt, die Zusammenarbeit verlief bislang sehr konstruktiv. Die traditionellen Besonderheiten der Ortschaften wurden berücksichtigt - unter der Maßgabe, dass weniger Geld als gewohnt zur Verfügung steht. Gut angelaufen ist die Arbeit im Verbandsgemeinderat, wo ich Mitglied bin. In den Ausschüssen wird produktive Arbeit im Sinne der Bürger geleistet. Bewährt hat sich aus meiner Sicht auch die Regelung mit Haupt- und Nebenstandort.

Volksstimme: Änderungen gab es bei den Sprechstunden.

Klaus Beck: Diese wurden im zweiten Halbjahr dem Bedarf angepasst. In Wulkau und Schönfeld bin ich jetzt nur noch jeden letzten Dienstag im Monat, an den anderen Sprechtagen in Kamern.

Volksstimme: Was hat sich im investiven Bereich der Kommune im Vorjahr getan?

Klaus Beck: Größte Maßnahme war die Asphaltierung des Schulsteiges nach Neukamern. Trotz des Trägerwechsels wurden in der Tagesstätte Mittel aus dem Konjunkturpaket eingesetzt, unter anderem für Brandschutz, Wärmedämmung und neue Spielgeräte. In Schönfeld erhielt die Trauerhalle ein neues Dach, Rehberg bekam ein neues Buswartehäuschen und auch das Gemeindehaus in Kamern wurde saniert.

Volksstimme: Was wird mit den bereits für 2010 geplanten Investitionen in Wulkau?

Klaus Beck: Die im Vorjahr geplanten Arbeiten wurden nur zurückgestellt, sie kommen in diesem Jahr an die Reihe. Das sind die Sanierung der Einfahrt zum Seeweg sowie die Befestigung der Zufahrten zum Friedhof und zur Gänsekuhle. Das nicht mehr benötigte Wulkauer Gemeindebüro wurde übrigens zur Jahresmitte 2010 aufgegeben und der benachbarten Tagesstätte zur Verfügung gestellt.

Volksstimme: Welche Baumaßnahmen sind dieses Jahr noch geplant?

Klaus Beck: Der Weg am Bindfeld in Rehberg soll befestigt werden und die Vorbereitung des geplanten Baus des Havelradweges in der Gemarkung Rehberg läuft an.

Volksstimme: Ist denn überhaupt noch genügend Geld für alles Nötige vorhanden?

Klaus Beck: Es gab bereits eine erste Zusammenkunft des zeitweilig gebildeten Finanzausschusses. Einig waren wir uns, dass die Jugendarbeit aufrechterhalten werden soll, allerdings mussten wir angesichts der begrenzten Mittel die Stundenanzahl der Betreuerin etwas reduzieren. Zudem wurde die Unterstützung der Vereine und der Feste beraten. Da wir uns in der Haushalts-konsolidierung befinden, sind größere Investitionen Wunschdenken. Schon die Erfüllung von Pflichtaufgaben bereitet uns große finanzielle Probleme. Für alle Kommunen fast nicht mehr tragbar ist außerdem die Höhe der Umlage an den Landkreis.

Volksstimme: Wie in Sandau gibt es auch in Kamern und vor allem in Wulkau Probleme mit dem hohen Grundwasser.

Klaus Beck: Etliche Keller waren in Wulkau und Kamern nass. Ich habe das Ministerium angeschrieben, es kann uns aber keine rasche Lösung anbieten. Geplant ist, drei Gräben nahe Wulkau zu reaktivieren. Woher dafür das Geld kommt, ist noch ungewiss.

Volksstimme: Ein Thema war bei der jüngsten Ratssitzung auch die illegale Müll-entsorgung am Campingplatz.

Klaus Beck: Dieses Problem nimmt leider wieder stark zu, nicht nur in Kamern sondern auch in der Landschaft wird Müll illegal abgeladen. Eine Konsequenz ziehen wir jetzt in Neukamern: Weil dort erneut Müll beim Brenngut fürs Osterfeuer abgeladen wurde, wird es dieses Jahr zum letzten Mal stattfinden.

Volksstimme: Rege diskutiert worden war von den Bürgern im Vorjahr die Abschaltung von Straßenlampen.

Klaus Beck: Wir haben aufgrund des enormen Spar-zwanges versucht, für jeden Ortsteil eine Lösung zu finden. Jetzt muss noch geprüft werden, wie man die Kabelnetze optimieren kann, denn die Verbrauchszahlen der Lampen in den Orten sind doch sehr unterschiedlich.

Volksstimme: Welche Feste wird es 2011 geben?

Klaus Beck: Der Veranstaltungskalender ist fertig und auf unserer Präsenz im Internet zu finden. Peter Franke betreut die Seiten sehr sorgfältig. Neu ist, dass das Dorffest in Wulkau nunmehr am letzten Sonnabend im Juni stattfinden wird. Beim Veranstaltungskalender sind wir aber auch weiterhin auf die Zuarbeit der einzelnen Veranstalter angewiesen. Ohne die Initiativen unserer Bürger und vor allem der Vereine wäre unser Dorfleben nicht machbar. Mein Dank gilt allen ehrenamtlich Engagierten unserer Gemeinde.

Volksstimme: Welche Aktivitäten aus dem Vorjahr wären erwähnenswert?

Klaus Beck: Ich denke da an den Sportverein Empor, der sich in Eigenregie eine Flutlichtanlage für den Fußballplatz schuf, oder die Rassekaninchenzüchter, welche die große Altmarkschau organisierten. Sehenswert ist auch immer wieder der von den Treckerfreunden organisierte Umzug in Wulkau. Und mit dem KKK und dem WKC haben wir sogar gleich zwei rege Karnevalsvereine im Ort, in denen sich viele Bürger engagieren.

Volksstimme: Wie ist es im Erholungsort Kamern um den Tourismus bestellt?

Klaus Beck: Den staatlichen Titel Erholungsort konnten wir im Vorjahr erfolgreich verteidigen. Eine gute Arbeit leistete in dieser Richtung der KulTour-Verein, der 2010 das Wanderwegenetz ausschilderte und sein Domizil neu eindecken ließ.

Volksstimme: Was gibt es zur Bibliothek zu berichten?

Klaus Beck: Die Einrichtung erfreut sich weiter großer Beliebtheit. Bibliothekarin Birgit Kose ist in diesem Ehrenamt sehr engagiert.