Havelberg (as). Eine Woche lang hat die Havelberger Schülerfirma "PCI - Personal Computer Innovations" ihre Neuentwicklung auf der Cebit in Hannover präsentiert. Ihre Multi-Touch-Screen-Lösung für eine interaktive Tafel kam sehr gut an, wie Florian Koch, Tino Starczinsky und Johann Hollstein im Gespräch mit der Volksstimme berichteten. Florian betreute den Stand an der zentralen Sachsen-Anhalt-Präsentation von Montag bis Sonnabend. Johann war Montag bis Mittwoch da, Tino von Mittwoch bis Sonnabend.

Die Investitions- und Marketinggesellschaft (IMG) des Landes hatte das Schülerinstitut SITI gefragt, ob es die Formel-1-Rennstrecke auf der Messe aufbauen würde - als Besuchermagnet für den Sachsen-Anhalt-Stand. Doch hätte die Anlage zuviel Platz weggenommen, berichtete SITI-Chef Dr. Hannes König. Eine Möglichkeit der Teilnahme wurde dennoch geboten. Die Schülerfirma, die im IT-Bereich arbeitet, durfte sich präsentieren.

Und das haben die Jungs sehr gut gemacht, wie Hannes König feststellte, als er am Mittwoch mit weiteren Schülern die Messe besuchte und im Podium als Bildungsvertreter an der Diskussion zum Thema Sicherung des Fachkräftenachwuchses teilnahm. Er hörte dort von anderen Messestandbetreuern, wie professionell die Schüler dort aufgetreten sind und sehr engagiert ihre Projekte vorgestellt haben. Ihre Multi-Touch-Tafel nutzten sie, um die anderen Entwicklungen der Schülerfirmen wie PC-Insel mit mehreren Arbeitsplätzen, Zeitmessung für Läufe und gläsernen PC vorzustellen. Für ihn ein Beweis, dass interessenbezogenes Arbeiten zur Entwicklung der Schüler beiträgt und "ein hübsches Dankeschön, wenn man so begrüßt wird", so Hannes König.

Der zweite positive Effekt der Messeteilnahme war der Kontakt zu anderen Unternehmen. Es bahnen sich weitere Projekte für das Schülerinstitut an, eine Firma spendete für das SITI.

Mit ihrem berührungsempfindlichen Bildschirm hat die Schülerfirma PCI einiges Interesse auf sich gelenkt. Solche Lösungen gibt es bereits, doch haben die Gymnasiasten einen preiswerten Weg zur Herstellung gefunden. Das ist zum Beispiel für Schulen und Kitas interessant. Aber auch im medizinischen Bereich wären Multi-Touch-Lösungen denkbar. Etwa zum Steuern von Geräten, die wegen der Sterilität nicht selbst berührt werden sollen, erzählte Johann von entsprechenden Gesprächen. Ein Restaurantbesitzer hätte ihnen den Multi-Touch-Bildschirm am liebsten sofort abgekauft, um ihn für Bestellungen nutzen zu können. "Wir stehen im Kontakt", berichtete Florian. Doch nicht nur das Fachpublikum zeigte großes Interesse, sondern auch Besucher, die die Anlage selbst ausprobieren durften. Aufgrund der gegenüber konventionellen Geräten geringen Kosten sei diese auch für zu Hause erschwinglich.

Großes Staunen gab es bei den Gesprächspartnern, wenn sie erfuhren, dass sie mit Schülern sprechen. "Wir wurden öfter gefragt, an welcher Uni oder welchem Institut wir arbeiten", so Johann.

Die anstrengenden Messetage haben sich auf jeden Fall gelohnt. Ideen zur Weiterentwicklung gibt es ebenso wie das Vorhaben, eine kleine Serie herzustellen. Denn gut nutzbar wäre der Multi-Touch-Screen auch für das Volkshochschulkabinett gleich neben dem SITI.