Die Arbeitsgruppe Kulturprojekt Stadtinsel hat eine erste Bilanz gezogen und sich nächste Ziele gesteckt. Wichtig ist eine Steuergruppe, sagte Kulturberater Reinhart Richter bei der Zusammenkunft am Freitagabend auf der Stadtinsel. Finanzielle Unterstützung ist ebenfalls erforderlich.

Havelberg. Nach dem Auftakt des Kulturprojektes Stadtinsel im Dezember des vergangenen Jahres hatte sich die dem Havelberger Heimatverein angegliederte Gruppe am Freitag getroffen, um über die Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen zu sprechen. Die Erarbeitung einer Internetpräsentation zählt zu den Aufgaben, die als eine der ersten gelöst werden sollte, sagte Heike Nagel, die in der Gruppe Öffentlichkeitsarbeit mitarbeitet. Damit wäre es gut möglich, Leute von außerhalb auf das Kulturprojekt aufmerksam zu machen.

Die Gruppe Immobilienmanagement hat eine große Bereitschaft erfahren, dass Hausbesitzer ihre leerstehenden Ladengeschäfte mietfrei für kulturelle Zwecke zur Verfügung stellen würden. Immerhin 13, 14 Läden stünden bereit, berichtete Burghard Braatz. Hier sollte alsbald mit den Eigentümern Kontakt aufgenommen und ihnen Verträge angeboten werden. Geklärt ist mittlerweile die Versicherung des Heimatvereins, so dessen Vorsitzender Thomas Krispin. Dass für die anfallenden Strom- und Heizkosten während der Zeit der Nutzung durch das Kulturprojekt eine Finanzierung gefunden wird, dafür will Reinhart Richter die Garantie übernehmen, wie er am Freitagabend sagte.

Geld spielt neben den Menschen, die sich dafür einbringen, die Stadtinsel durch Kultur zu beleben, eine zentrale Rolle für das Projekt. "Wir haben viele Ideen, aber wir brauchen Geld und Menschen, die mitmachen", sagte Volker Laurenz. Reinhart Richter hat wegen der Finanzierung mit den Kulturministerien in Sachsen-Anhalt und Brandenburg Kontakt aufgenommen, mit der Kunststiftung Sachsen-Anhalt gesprochen und beim Landkreis Stendal einen Antrag auf Fördergeld aus dem Projekt "Stärken vor Ort" gestellt. Auf Unterstützung von der Bundeskulturstiftung hofft er in der zweiten Jahreshälfte. Überzeugt ist der Initiator des Kulturprojektes davon, dass sich auch die Stadt finanziell mit einbringen müsste. Es reiche nicht, Investitionsvorhaben nur auf bauliche Dinge zu beschränken.

Ideen, wie die Stadtinsel nachhaltig durch Kultur belebt und bekannt gemacht werden kann, gibt es viele. Das zeigte sich am Freitagabend, als Interessierte an der Veranstaltung teilnahmen und Vorschläge machten. So zum Beispiel Veronika Schilling aus Kümmernitz. "Es gibt hier viele wunderbare Sachen, was Menschen können, da lässt sich viel machen", sagte sie und schlug ein Klöppelprojekt vor. Ortschaften wollen sich in Schaufenstern vorstellen. Kindergärten und Schulen warten auf Schaufenster, die sie gestalten können, so Rosemarie Fünfarek. "Wichtig ist eine Bestandsaufnahme und ein Konzept, was wir wollen", sagte Gundula Kersten. Für die von Reinhart Richter angeregte Steuergruppe fand sich bisher noch niemand, der sich den Hut aufsetzen würde. Doch ist er optimistisch, dass sich dies bei den monatlichen Treffen der Arbeitsgruppen, die es ab sofort geben soll, finden wird.