Havelberg (as). Sebastian Maslow hat die Erdbebenkatastrophe im japanischen Sendai miterlebt und weiß um die schlimmen Folgen des Bebens und Tsunamis an der Nordostküste. Er lebt seit 2006 in dem Inselstaat, schreibt dort seine Doktorarbeit. Als am Freitag vor einer Woche die Erde bebte, stieg er gerade aus einem Bus. Er hat die Naturkatastrophe unbeschadet überstanden, seine Wohnung ist allerdings unbewohnbar. Mittlerweile ist er in London, um wie geplant für ein Forschungsprojekt zu recherchieren (wir berichteten).

Im Wissen um die Opfer des Bebens und die vielen Schäden, die es anrichtete, möchte der 28-jährige Havelberger eine Spendenaktion starten. Das Geld soll einer bestimmten Einrichtung zugute kommen. Welche genau, wird er klären, wenn er voraussichtlich Ende März, nach einem kurzen Abstecher nach Havelberg, wieder in Japan ist.

Unter dem Motto "Havelberger helfen Erdbebenopfern in Sendai" bittet Sebastian die Einwohner aus der Region um Mithilfe bei seiner Spendenaktion. Der Havelberger Rotary Club - über den Schüleraustausch war Sebastian 1999/2000 erstmals in Japan - und die Volksstimme unterstützen ihn dabei.

Aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre, in denen Havelberger Initiativen entwickelten, um Spendengelder für Opfer etwa von Naturkatastrophen zu sammeln, wird auch dieses Mal auf großen Zuspruch für die Spendenaktion gehofft. Über einzelne Aktionen wird das "Elb-Havel-Echo" gern berichten.

Das schreibt Sebastian Maslow in seinem Aufruf:

"Liebe Havelberger, liebe Altmärker. Viele von Ihnen haben nach der schweren Erdbeben- und Tsunamikatastrophe, die die Pazifikküste Nordost-Japans erschütterte und das Leben tausender Menschen forderte, an das Schicksal der Menschen in Japan und auch an mein Wohlergehen gedacht. Für Ihre Anteilnahme möchte ich mich bedanken. Viele von Ihnen haben die Szenen des Ausmaßes der beispiellosen Zerstörung in den Medien verfolgt. Meine persönliche Zuversicht und Hoffnung sowie die der Menschen in Japan, diese Krise zu überwinden, ist unerschüttert. Doch hat die Katastrophe viele Orte in der Präfektur Miyagi, meiner Wahlheimat, zerstört und vielen Menschen alles genommen, was sie sich über Jahrzehnte erarbeitet haben. Während die Bergungs- und Aufräumarbeiten vor Ort fortgesetzt werden, bleibt die Versorgungslage weiterhin angespannt. Die Katastrophe hat viele ländliche Gebiete getroffen. Der Wiederaufbau wird viele Jahre beanspruchen.

Ohne die Unterstützung und Anteilnahme vieler Menschen in Havelberg wäre mein Werdegang in dieser Form nicht möglich gewesen. Gleichermaßen habe ich über die vielen Jahre auch von der Freundschaft und Unterstützung der vielen Menschen hier in Japan und vor allem Sendai profitiert. Ich möchte mich in dieser schweren Zeit zu meiner Wahlheimat bekennen und den Menschen vor Ort, meinen Freunden, zur Seite stehen und mich am Wiederaufbau Miyagis beteiligen. Dafür bitte ich Sie, mich zu unterstützen und für die Menschen im Krisengebiet zu spenden. Ich bedanke mich bereits im Voraus dafür."