Havelberg. Tradition sind sie seit Jahren geworden, die Frühlingskonzerte der Havelberger "Liedertafel". Von allen vier Jahreszeiten führt das Frühjahr mit großem Abstand das Liedangebot an. Frische, temporeiche Lieder waren es, die die Havelberger Sänger am Sonnabend in der Aula des Gymnasiums zu Gehör brachten. Nach "Und dräut der Winter noch so sehr" und "Schneeglöckchen" waren die Zuhörer gleich bei "Der Frühling hat sich eingestellt" in den Gesang mit dem Chor einbezogen.

Im recht gefälligen "Schön ist die Welt" kamen im dreistimmigen Satz die Männerstimmen gut zur Geltung. "April, April" war ein Ohrwurm. Heiter, wechselhaft launisch wie in der Natur ging es im Lied zu mit unterschiedlichen Tempi. Die bekannten "Im Frühtau zu Berge", "Frühlingszeit" und "Der Mai ist gekommen" waren Lieder, die Chorleiter Gottfried Förster wieder den Zuhörern überließ und mit Klavier begleitete. Kräftig führte der Sopran den Chor an. Er hätte an einigen Stellen verhaltener singen können.

Der Chor hatte sich etwas verkleinert. Das machte aber dem Chorklang noch der Mehrstimmigkeit keinen Abbruch. Die Männerstimmen hatten durch die Förster-Söhne erneut eine Verstärkung erfahren.

Mit drei Klavierkompositionen von Clementi, dem finnischen großen Romantiker Edvard Grieg und Beethoven trug Gottfried Förster als Pianist zum Konzertprogramm bei, wobei besonders im 2. Satz der Beethovensonate die herrlichen Läufe sein Können forderten.

Nach dem unterhaltsamen, frischen Chorkonzert kündigte der Chorleiter erstmalig ein Herbstkonzert mit der "Liedertafel" an, wenn die Aula zu dem Termin noch der Kultur zur Verfügung steht.