Das Spülinselfest am 14. Mai ab 14 Uhr bietet den Besuchern unter anderem auch eine Ausstellung mit interessanten Fotos der vergangenen 60 Jahre über den Wassersport in Havelberg.

Havelberg. Mit den verschiedensten Verkehrsmitteln transportierten die Havelberger Kanuten bislang ihre Boote zu den Wettkampfstrecken.

Bootstransportanhänger besaßen die Kanuten erst ab 1975. Vorher war es dem Erfindungsreichtum der Übungsleiter überlassen, wie die Boote der jungen Kanuten zur Regattastrecke gelangten.

In den 50er Jahren freuten sich die Sportler, wenn sie ihre Boote bei Jupp Tissen auf das Busdach laden durften. Damals fuhren sie zu Regatten in Genthin, Rogätz, Tangermünde und Burg. Heute sind die Entfernungen weiter und es werden auch Regatten außerhalb des Landes Sachsen-Anhalt besucht.

In den 60er Jahren gab es kaum Teilnahmen an Regatten. Erst Anfang der 70er Jahre war die Übungsleiterin Käthe Totzke wieder mit jungen Nachwuchssportlern zu Wettkämpfen unterwegs. Anfangs wurde sie von Rolf Kutzschbach und Gerald Totzke unterstützt.

Sie transportierten, verschnürt auf den Dachgepäckträgern ihrer "Trabis" (eine Limousine und ein Kombi), je einen Einer und einen Zweier-Kajak zum Wettkampfort. Zu dieser Zeit konnten maximal sieben Kinder in den Autos zum Wettkampf mitgenommen werden.

Erst nach der Anerkennung als Trainingszentrum für die Gewinnung von Nachwuchsleistungssportlern im Bereich des Kanurennsports waren auch finanzielle Mittel zur Finanzierung von Bootstransportanhängern vorhanden.

Der 1975 erworbene kleine Bootstransportanhänger wurde 1977 noch einmal umgebaut und dient heute noch als Transportmittel für die Boote.

Bald reichte die Transportkapazität jedoch nicht mehr aus.

Ein alter Lkw W 50 wurde angeschafft. Die Instandsetzungsarbeiten zogen sich vom 13. März 1984 bis 4. April 1985 hin. Ende April 1985 erfolgte die erste Fahrt mit dem W 50 und dem großen Bootstransportanhänger zum Wettkampf in Kirchmöser. Als Kraftfahrer wechselten sich die Sportfreunde Eberhard Goj, Max Merkel, Peter Friese und Rainer Erlecke ab. Der Übungsleiter Siegfried Timinger übernahm die Touren, wenn bis maximal sieben Sportler am Wettkampf teilnahmen. Er war vorrangig der Reparaturchef für den W 50.

Mit Wehmut mussten sich die Kanuten 1990 vom W 50 und dem großen Bootsanhänger trennen. Denn mit dem W 50 durften keine Personen mehr transportiert werden. Das Fahrzeug wurde verkauft und der Bootsanhänger an die Stadtverwaltung zurückgegeben.

Damit ist heute der kleine Bootstransportanhänger eine sehr wichtige Voraussetzung, um überhaupt ausreichend Boote zu den Wettkämpfen mitnehmen zu können.

Die Kanuten bedanken sich an dieser Stelle bei der Stadtverwaltung und der Familie Düngel/Rohrschneider, die ihre Fahrzeuge als "Zugmaschinen" zur Verfügung stellen.