Das Havelberger Jugendzentrum (Juze) in der Uferstraße hatten sich die Mitglieder des städtischen Kultur- und Sozialausschusses für ihre jüngste Sitzung auserkoren. Sie wollten sich einen Eindruck über die Arbeit in der vom Landkreis und in zunehmendem Maße von der Stadt geförderten offenen Kinder- und Jugendbegegnungsstätte verschaffen.

Havelberg. Einrichtungsleiter Rolf Müller führte die Gäste durch sein Haus, in dem insgesamt 900 Quadratmeter Raumfläche für die Kinder- und Jugendarbeit zur Verfügung stehen. Trotzdem wünschte er sich oftmals mehr Platz, vor allem bei Veranstaltungshöhepunkten im Haus. "In unserem größten Raum finden maximal 30 bis 35 Leute Platz - das ist leider das Manko, das wir haben", sagte er. Durchschnittlich würden täglich 45 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 27 Jahren zu Gast im Jugendzentrum sein. "In den Wintermonaten zählen wir nicht selten sogar 60 junge Gäste am Tag. Im Sommer, wenn die Sonne scheint und das Bad lockt, schrumpft die Besucherzahl verständlicherweise etwas", so Rolf Müller.

Neben dem erwähnten Veranstaltungs- und Versammlungsraum verfügt das Juze unter anderem über eine kleine Küche, einen Computerspielraum für die Jüngeren und einen für die Älteren, über einen separaten Aufenthaltsraum für die Altersgruppe von 18 bis 27, über einen Mehrzweckraum (in dem vor allem Tischtennis und Billard stattfinden) und über eine Mehrzweckgarage (unter anderem für die Boote der Einrichtung, die hier in den Sommermonaten Platz finden und damit täglich einsatzbereit sind.)

Neben der Glasfräserei und der Glasmalerei bietet vor allem die hauseigene Töpferei kreative Beschäftigung. "Dankbar sind wir in dieser Hinsicht der Töpferei am Dom für ihre prima Unterstützung", so Rolf Müller. Denn jeden Donnerstag komme deren Mitarbeiterin Sabine Altendorf ins Jugendzentrum, um gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen zu töpfern.

Weiterhin verfügt die Einrichtung über einen eigenen Kleinbus, "mit dem wir demnächst aber wohl nicht mehr weit kommen. Denn er kann nicht die von einigen großen Städten mit Umweltzone geforderte grüne Plakette vorweisen. "Nach Berlin können wir damit schon jetzt nicht mehr fahren, und wenn nun Magdeburg und andere Städte auch noch solche Zonen einführen, sieht es künftig ganz schlecht aus mit Jugendklub-Exlursionen", brachte Rolf Müller ein anstehendes Problem zur Sprache.

Nach dem Rundgang hörten die Ausschussmitglieder im Versammlungsraum von ihm weitere interessante Fakten. So sei zum Beispiel fest geschrieben, dass das Juze in der Woche 30 Stunden lang offen zu halten sei, darüber hinaus alle 14 Tage an einem Wochenendtag. In der Realität sichern die beiden hauptamtlichen pädagogischen Mitarbeiter sowie die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder mit Unterstützung vom Jobcenter vermittelten Kräften jedoch, dass die Türen an 47 Stunden in der Woche, in Ferienzeiten sogar an wöchentlich 60 Stunden, offen stehen. Und selbstverständlich ist zudem, dass auch am Sonnabend niemand vor verschlossenen Türen harren muss. Im Jahr 2010 nutzten insgesamt 13730 junge Gäste die vielen Beschäftigungsmöglichkeiten in der Einrichtung.

Neben der Arbeit in der Stadt bildet die Jugendarbeit auf dem Land einen Schwerpunkt für den Förderverein "Jugendzentrum Elb-Havel-Winkel". Neun weitere Jugendklubs werden hier betreut, darunter die in Jederitz, Warnau und Nitzow, für die die Stadt ebenfalls Mittel zur Verfügung stellt.