Die Trasse für den geplanten Havelradweg steht. Eigentlich wollten die Warnauer Ortschaftsräte einen etwas anderen Verlauf durch ihre Ortschaft, wie Ortsbürgermeister Dietrich Leu auf der Ratssitzung am Donnerstag informierte. Doch wird der Rat mit dem Kompromiss leben müssen.

Warnau. "Wir haben anderthalb Jahre um diese Trasse gekämpft", informierte Kämmerin und Bauamtsleiterin Petra Jonschkowski von der Havelberger Verwaltung. Bedenken müsse man zudem, dass letztendlich drei Ministerien den Bau finanzieren, sie also das letzte Wort haben. Und: Entgegen ersten Planungen ist Warnau nun sogar mit in die Wegeführung einbezogen.

Vorgeschlagen hatten die Warnauer einen Schwenk zum Schöpfwerk und von dort weiter in Richtung Rehberg. Statt dessen führt die Trasse nun durch die Alte Lindenstraße hin zum Gartenweg. "Der Abzweig zum Schöpfwerk hätte nur Sinn gemacht, wenn danach der Haveldeich befahren werden könnte", argumentierte die Amtsleiterin. Allerdings hatte sich das Brandenburger Naturschutzamt gegen Radler auf dem Deich ausgesprochen - in dem Bereich wird die Landesgrenze tangiert. Doch werde die gesamte 30 Kilometer lange Trasse zwischen Havelberg und dem Weißen Berg bei Neuschollene nur bezuschusst, wenn alle Teilstücke genehmigungsfähig sind.

Sonja Isecke kritisierte, dass man als Radler dann keinen Ausblick auf die Havel habe. Bei der Trassensuche mussten auch Naturschutz- oder Überflutungsgebiete berücksichtigt werden, so Petra Jonschkowski.

Insgesamt beträgt der Investitionsumfang etwa drei Millionen Euro. Weil auch Geld aus dem Konjunkturpaket fließt, muss möglichst bald mit dem Bau begonnen werden.

Ortsbürgermeister Dietrich Leu meinte, man könne im Ort ja auch Hinweisschilder für die Radtouristen aufstellen. Doch gab es auch Bedenken der Landwirte wegen der Trasse, hinterm Gartenweg ist ein Ausweichen der Landtechnik im Begegnungsverkehr derzeit nicht möglich. Hier werde die Trasse auch für Landtechnik ausreichend dimensioniert, informierte Petra Jonschkowski. Allerdings sei die Entwurfsplanung noch nicht fertig. Ist dies der Fall, werde sie dem Rat vorgestellt. Auch Eigentumsfragen werden noch mit den Betroffenen geklärt, etliche Wege wichen bereits von ihren ursprünglichen Verläufen ab.

Ein weiteres Thema war der Planungsentwurf für die Sanierung der Ortsdurchfahrt. Hierzu soll der Ortschaftsrat bis Ende des Monats eine Stellungnahme abgeben. Deshalb wird am 28. April nochmals eine Zusammenkunft des Rates stattfinden, woran auch Einwohner teilnehmen können. Die Planung liegt dienstags und donnerstags von 17 bis 19 Uhr im Gemeindebüro aus.

Vorgesehen ist eine Verkehrsinsel auf Höhe des Gemeindehauses. Der Gehweg soll durchgängig auf der rechten Seite - von Garz aus kommend - verlaufen. Die Fahrbahn hat eine Breite von 6,70 Metern, der Gehweg wird 1,50 Meter breit. Am Abzweig zum Dowitzweg soll ein überfahrbarer Kreisel - ähnlich wie am Kuhlhausener Karpfenteich - mit einem Durchmesser von 18 Metern errichtet werden.

Während für die Landesstraße keine Ausbaubeiträge fällig werden, müssen die Warnauer für Gehweg, Grünstreifen und Straßenlampen Ausbaubeiträge bezahlen. Dietrich Leu informierte, dass man die jetzigen Lampen nutzen könnte. Er wünscht sich zudem, dass die Zufahrten zu den Grundstücken gepflastert werden, um den dörflichen Charakter etwas zu bewahren.