Der Haushalt für Kamern steht - der Gemeinderat hat am Mittwoch dem Finanzpaket einmütig zugestimmt. Zuvor musste ein Konsolidierungskonzept beschlossen werden, denn auch in diesem Jahr ist der Etat nicht ausgeglichen. Es klafft eine Lücke von 131 100 Euro zwischen Einnahmen und Ausgaben.

Kamern. Auch wenn die Gemeinde noch so eisern sparen würde, die Schere zwischen den Zuweisungen vom Land und den Abgaben an Landkreis und Verbandsgemeinde geht immer weiter auseinander. So schmolz die Investpauschale für Bauvorhaben um 11 300 auf 65 000 Euro. Zwar gab es mit 392 000 Euro an Schlüsselzuweisungen etwa 12 000 Euro mehr als im Vorjahr, doch fressen die Umlagen an Stendal (342 300 Euro) sowie an Schönhausen (335 800 Euro) das Geld aus Magdeburg wieder auf. Sie stiegen um über 38 000 Euro im Vergleich zu 2010.

Im Fehlbetrag für dieses Jahr sind auch 25 600 Euro aus dem Jahr 2009 enthalten, erklärte Kämmerin Bärbel Lemme auf der Ratssitzung am Mittwochabend. Das Rechnungsergebnis fürs Vorjahr ergab ein Minus von 63 400 Euro, diese erscheinen im kommenden Jahr im Etat.

Doch fehlen darin noch die Umlagen der Grundstückseigentümer in Wulkau und Schönfeld in Höhe von 24 000 Euro, die an den Unterhaltungsverband zu zahlen sind. Kreditaufnahmen sind 2011 nicht vorgesehen. Bis 2018 will die Gemeinde laut Konsolidierungskonzept wieder schuldenfrei sein.

Angesichts der Schuldenlast wurde auch an den freiwilligen Leistungen weiter gespart. So wurde die Stundenzahl der Jugendklubbetreuerin reduziert, für die Klubs in Wulkau und Kamern stehen je 9400 Euro zur Verfügung. Nunmehr sind nur noch 4,3 Prozent des Verwaltungshaushalts freiwillige Zahlungen, vorher waren es noch 5,8 Prozent. Der Vermögenhaushalt ist mit 190 000 Euro ausgeglichen, im Verwaltungsetat sind Einnahmen von 1 029 900 Euro geplant sowie Ausgaben von 1 224 000 Euro.

Zu überprüfen seien die mit über 3000 Euro immens hohen Bewirtschaftungskosten im Kamernschen Klub, wies Stefanie Wischer hin. Dr. Christoph von Katte regte an, darüber nachzudenken, ob man als Gemeinde den nötigen Strom auch selbst produzieren könne - Beispiele gibt es bereits.

Gespart wurde auch an den Personalkosten für die neue Gemeindesekretärin, sie ist nur noch stundenweise beschäftigt. Ein erster Erfolg zeigt sich bei der seit dem Sommer reduzierten Straßenbeleuchtung, 2300 Euro wurden bereits gespart. 15 000 Euro wurden eingestellt, um die größten Energiefresser zu eliminieren.

Für die Heimatpflege, also die Dorffeste, werden 2100 Euro eingeplant. Die Vereine und die Treckerfreunde erhalten insgesamt 600 Euro an Zuschuss. Die Ausgaben für die Sportstätten wurden von 12 000 auf 3000 Euro reduziert - das Heizöl wurde bereits im Vorjahr gekauft.

Für den Straßenbau in Wulkau stehen insgesamt 70 000 Euro bereit, 31 400 Euro für die Bodensonderung in Kamern und Wulkau. Der Triftweg in Schönfeld soll für 17 000 Euro auf dem noch unbefestigten Stück mit Platten befestigt werden, gleiches soll an der Abfahrt zur Bungalowsiedlung am Berg in Kamern geschehen. Es fand sich noch ein Rest von 2800 Euro an, der dafür verwendet wird, für Schönfeld einen Rasentraktor aus einer Konkursmasse zu kaufen. Der jetzige ist bereits 20 Jahre alt.

Die aktuelle Pro-Kopf-Verschuldung beträgt 527 Euro je Einwohner und sei damit noch relativ niedrig, erklärte die Kämmerin.