Hohengöhren (sl). Kinder, Jugendliche und Senioren aus Hohengöhren und zuletzt auch Schönhausen und von den Dämmen haben in den zurückliegenden sechs Jahren die Arbeit von Martina Seidler sehr zu schätzen gewusst. Über verschiedene Maßnahmen auf dem zweiten Arbeitsmarkt, zuletzt drei Jahre Kommunal-Kombi, bereicherte die Hohengöhrenerin das Leben in der Gemeinde. "Schade, dass nun Schluss ist", bedauert Martina Seidler, die am 30. April ihren letzten Arbeitstag hat. Zu gern würde sie das, was sie in den zurückliegenden Jahren aufgebaut hat, fortsetzen. Angefangen hatte ihre Tätigkeit im Hohengöhrener Jugendklub. Doch weil immer weniger Jugendliche kamen, änderten sich die Anforderungen. "Ich rief das kreative Gestalten ins Leben, das Kinder aller Altersgruppen ansprach. Parallel dazu war ich für die Seniorenarbeit zuständig. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mit den älteren Herrschaften, die sogar mit über 90 noch gern die Angebote wahrnehmen, zusammen zu sein." Dienstags Gymnastik, donnerstags beim kreativen Arbeiten wurden die verschiedensten Basteltechniken ausprobiert, zudem Tagesfahrten nach Goslar, Rostock oder in den Harz, Grill- und Kaffeenachmittage bei der Feuerwehr und bei Fischer Gernot Quaschny oder auf dem Sportplatz. "Es gibt noch so viel, was man aufzählen könnte."

Mit der Eingemeindung nach Schönhausen erweiterte sich das Aufgabengebiet von Martina Seidler. Seit einem Jahr fährt sie montags nach Schönhausen in den Rentnertreff, um auch hier mit den Senioren Sport nach Musik zu machen. "Danach warten die Kinder auf dem Schönhauser Damm schon sehnsüchtig auf mich, um zu basteln." Vorgestern bedauerten die Mädchen sehr, dass es diese kreative Stunde nun nicht mehr geben wird.

"Ich hatte noch viele Ideen und Projekte, die ich gern verwirklicht hätte. So wollte ich noch mehr mit den Senioren aus Neuermark-Lübars kooperieren, wir haben schon viele Nachmittage gemeinsam verbracht. Auch mit dem Schönhauser Kindergarten, der uns mit Programmen viel Freude bereitete, wollte ich gern weiter zusammenarbeiten."

In Hohengöhren hatte Martina Seidler zusätzlich zu ihrer Arbeit noch weitere Aufgaben übernommen. Die Übergabe und Abnahme des Kulturraumes nach Vermietung lief über sie, die Absprache mit Deichwachen, Wahlleitung - "ich war Ansprechpartner für die Einwohner, den Bürgermeister und die Verbandsgemeinde. Ich hoffe, dass das, was ich in den zurückliegenden Jahren aufgebaut habe, fortgesetzt wird und mein Nachfolger die Arbeit auch versteht. Man muss einsatzbereit, einfühlsam und freundlich sein und den Senioren Herzenswärme entgegenbringen."

Arbeit in Aussicht hat Martina Seidler nicht. Und für die kommenden Monate ist sie für neue Maßnahmen zunächst gesperrt. "Ich hoffe sehr, dass es eine Möglichkeit gibt, dass ich schnell wieder an meinen Platz hier in der Kinder- und Seniorenbetreuung zurückkehren kann."

Zum 1. Juni, so hofft die Gesellschaft für Arbeitsförderung, werden die jetzt beantragten neuen Maßnahmen im sozialen Bereich beginnen.