Kuhlhausen. Der Unterschied zwischen den von den Jederitzer Jägern geplanten Abschusszahlen für das Rehwild und den bei den Jagden der Forst im nahen Jederitzer Holz erlegten sei gar zu gewaltig, ärgerte sich Falko Leue auf der Versammlung des Hegeringes "Elb-Havel-Winkel" in Kuhlhausen. So dürfen die Jederitzer Jagdpächter auf ihren 750 Hektar Fläche das Jahr über 25 Rehe erlegen, bei den beiden Jagden der Forst auf 200 Hektar wurden aber bereits 40 Rehe zur Strecke gebracht. Hinzu kämen diverse Einzelabschüsse dort.

Laut Argumentation der Bundesforst seien Rehe Schadwild und dürfen erlegt werden, wo sie sichtbar werden. "Das war zu deftig", so der Leiter des Hegeringes. Man sollte mit der Forst das Gespräch suchen oder den Plan herabsetzen.

Das neue Jagdgesetz macht auch die intensivere Rotwildjagd in dem Niederwildrevier möglich, Gruppenabschusspläne sind laut Paragraf 26 nun möglich. Nur so können Wildschäden besser bekämpft werden, so Falko Leue. Beispielsweise mussten im Vorjahr in Warnau Jäger untätig zuschauen, wie Hirsche im Getreide wüteten - sie hatten diese Tierart nicht im Abschussplan. Das Gebiet des Hegeringes umfasst 7300 Hektar, fünf Hirsche seien auf dieser Fläche zu wenig.

Im neuen Gesetz ist auch festgelegt, dass die Jagdbehörde auf einen Abschussplan fürs Rehwild verzichten kann - Stendal macht dies nicht. Zudem darf der Plan bei Jungwild und weiblichem Wild bis zur Hälfte übererfüllt werden. Eine weitere Neuerung im Gesetz ist, dass die winterliche Notzeit von der Jagdbehörde und nicht vom Pächter festgestellt wird. Fristgerecht eingereichte Abschusspläne gelten als bestätigt, wenn bis zum 1.Mai keine Antwort von der Jagdbehörde gekommen ist. Neu geregelt sind zudem einige Jagdzeiten.

Falko Leue freute sich, dass die Hegering-Mitgliederanzahl um gleich fünf Jäger anwuchs: Rolf Müller, Henrik Berger und Dietmar Gyger gehen in Jederitz auf Pirsch, Wilhelm Schröder und Günter Timm in Garz.