Die Sanierungsarbeiten am südlichen Seitenschiff des Havelberger Doms machen Fortschritte, aber es gibt für die Mitarbeiter der Havelberger Hoch-, Tief- und Ingenieurbaufirma (HTI) noch viel Arbeit.

Havelberg. Der Havelberger Dom, Bischofssitz seit 948, ist einer der bedeutendsten sakralen Bauten östlich der Elbe. Die ältesten, noch romanischen Bauteile gehen zurück bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts. 1279 brannte der Dom fast ab, was sich heute noch an den abgeplatzten Natursteinen der Obergadenzone ablesen lässt. Anschließend erfolgte eine provisorische Wiederherstellung. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts arbeitete man sich abschnittsweise von Osten in Richtung Turm vor, um dem Bau ein gotisches Aussehen zu geben. In diesem Zuge, etwa um 1311, entstand die polygonale Apsis, die Seitenschiffsdächer wurden verändert, und der sichtbare Außenbau erhielt an Chor und Südseite einen flächigen Putz mit weiß aufgemaltem Fugenquadernetz.

Erst siebzig Jahre später wurde das Werk fortgesetzt und der westliche Teil des Langhauses in Weiterführung der älteren Bauidee bis zum Turm in gotischen Formen fortgesetzt.

Die ständigen baulichen Veränderungen und Ergänzungen in den unterschiedlichen Zeitepochen haben aber auch ihre Spuren hinterlassen. "Im westlichen Dachbereich wurden um das Jahr 1674 sämtliche Dachbalken ausgewechselt. Man verwendete Eichenbalken aus der Umgebung, geschlagen in den Wintern 1672/73 und 1673/74. Man erkennt sie an der verhältnismäßig glatteren Oberfläche und am Sparrenfuß durch das kräftige Vorholz mit geradem Abschluss. Offensichtlich war der Zwickelbereich von Turm, Westflügel und Seitenschiff besonders geschädigt, denn die Jahre des Dreißigjährigen Krieges dürften in jedem Fall zu mangelndem Bauunterhalt geführt haben", so Dr. Tilo Schöfbeck, Bauforscher und Archäologe aus Schwerin. Die Fußpunkte der Sparren und Sparrenknechte sind stark angegriffen und somit hat der Zimmermann Karsten Pattschull von der HTI hier noch viel Arbeit. Zunächst sind die Männer aber im Außenbereich tätig. Die Strebepfeiler werden nach und nach eingerüstet und Schäden daran beseitigt. Ein Klempner aus dem brandenburgischen Lindenberg bringt auf die fertiggestellten Strebepfeiler neue Kupferblechabdeckungen auf. "Das Einrüsten der Pfeiler, wir müssen dazu die Dachfläche des Seitenschiffs aufnehmen, ist schon sehr aufwändig. Und bei all den Arbeiten ist auch noch größte Vorsicht geboten, da ein Teil des Dachstuhls, bedingt durch sein Alter, sehr wertvoll ist", meinte der Maurer Ronald Luckas. Nach der Sanierung einiger Strebepfeiler gehen die Arbeiten im Bereich des Dachstuhls weiter.

 

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