Völlig still und somit fast unbemerkt wird heute in Havelberg ein 100. Geburtstag begangen: Am 3. Mai 1911 schlug mit der Gründung eines Sportclubs Havelberg die Geburtsstunde des Fußballs in der Domstadt.

Havelberg. Der damals erscheinenden Zeitung in Havelberg war dieses Ereignis folgende Nachricht wert:

"Mit den herrlichen Sonntagen ist wie überall, so auch in die Sportkreise neues Leben eingezogen. In unserem Städtchen ist durch die Gründung eines Sportclubs gezeigt worden, dass in seinen Mauern viele tatendurstige Sportsfreunde sind. Durch diesen Zusammenschluss, der als Mittelpunkt seines Wirkens den Fußballsport erwählt hat, ist den jungen Leuten Havelbergs Gelegenheit geboten, diesem schönen Sport zu huldigen, zumal er wie kein anderer geeignet ist, Kraft, Gewandtheit und Entschlossenheit zu fördern, und so Körper und Geist in gesunder Weise zu stählen. Nicht umsonst hat das Fußballspiel in Deutschland die überraschend schnelle Verbreitung gefunden, denn obgleich erst in den 80er Jahren aus England eingeführt, vereinigt es heute unsere Zehntausende unter seine Ägide. Am 3. d. Monats wurde durch ca. 35 junge Leute der ,Sportclub Havelberg 1911\' gegründet und wird er sonntäglich auf der ,Sandwüste\' des Herrn Pelzer-Fledengarten seine Meetings abhalten, um durch Training seine Spieler in eine vollendete Technik zu bringen, damit der Club in Bälde in interessanten Matchs mit auswärtigen Vereinen dem Havelberger Publikum sein Können zeigen kann. Über Neuaufnahmen erteilt der Vorsitzende Herr Martin Leuschner, Lange Str. 37/38, bereitwilligst Auskunft."

Selbstverständlich ist dem FSV Havelberg, dem heutigen Nachfolger des Sportclubs Havelberg, das Jubiläum "100 Jahre Fußball in der Domstadt" auch ein großes Fest - oder besser: ein ganzes Festjahr - mit zahlreichen tollen Veranstaltungen (im gelben Kasten rechts sind einige davon aufgeführt) wert (die Volksstimme berichtete bereits). Deren Höhepunkt wird am 9. Juli ein offizieller Empfang im Rathaus und ein Straßenfest auf dem Marktplatz sein.

Zum heutigen "Hundertsten" sind beim Vorstand des FSV Havelberg jedoch schon jede Menge Glückwünsche eingegangen. Unter anderem Grußworte von DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, vom Ehrenvizepräsidenten des DFB Dr. Hans-Georg Moldenhauer, vom Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes Thomas Bach, vom Präsidenten des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt Werner Georg, vom Präsidenten des Landessportbundes Sachsen-Anhalt Andreas Silbersack, vom Präsidenten des Kreisfachverbandes Fußball Altmark-Ost Werner Meinschien und von der Präsidentin des Kreissportbundes Stendal Carola Schulz (dazu in den nächsten Ausgaben mehr).

Und natürlich ließ es sich auch Bürgermeister Bernd Poloski nicht nehmen, einer der ersten Gratulanten zu sein. "Es gibt eine ganze Reihe guter Gründe dafür, dieses Jubiläum und damit die hervorragende Arbeit des Vereins in der zurückliegenden Zeit außerordentlich zu würdigen", so das Stadtoberhaupt. "Die bisherigen 100 Jahre waren Jahre mit Höhen und einigen Tiefen. Aber immer waren es Jahre, in denen der Verein nicht nur seinen aktiven Mitgliedern, sondern unzähligen anderen Menschen Spaß und Freude am Fußball vermittelt hat.

Die Größe und Möglichkeiten der Stadt berücksichtigt, können wir insgesamt von sehr attraktivem Fußball in allen Altersklassen sprechen.

Allerdings gab und gibt es nicht nur begabte Spielerinnen und Spieler auf dem Feld. Eine so lange Geschichte wie die des FSV wäre ohne die ,Spielmacher im Hintergrund\', ohne deren gemeinnütziges und ehrenamtliches Engagement, nicht denkbar. Dank gilt deshalb auch allen Vorstandsmitgliedern, den Trainern, Betreuern, Eltern und Sponsoren. Sie alle bilden letztlich das stabile Fundament des Vereins. Denn ein gutes Vereinsmanagement, ein gesunder Sportgeist, das Wir-Gefühl und der Wille zu überzeugenden Leistungen halten einen Verein zusammen und sichern dessen Bestand."